Konjunktur
EZB besorgt über Inflationsgefahren

dpa-afx FRANKFURT. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat sich erneut besorgt über die Inflation im Euroraum geäußert. Wegen gestiegener Aufwärtsrisiken sei "große Wachsamkeit" geboten, heißt es in dem am Donnerstag in Frankfurt veröffentlichten Monatsbericht Oktober der EZB. Auf mittlere Sicht gebe es aber "keine deutlichen Anzeichen dafür, dass sich im Euro-Währungsgebiet ein binnenwirtschaftlicher Inflationsdruck aufbaut". Wegen der Lohnhzurückhaltung der Tarifpartner und des schwachen Arbeitsmarktes dürfte sich dieser Trend vorläufig fortsetzen.

Trotz der wegen hoher Ölpreise stark gestiegenen Teuerung sehen die Währungshüter deshalb noch keinen Grund für eine Zinserhöhung. Der Leitzins sei "immer noch angemessen". Das Zinsniveau sei "nach wie vor sehr niedrig" und stütze damit die Konjunktur.

Die Wortwahl im Monatsbericht gleicht der von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet auf der Pressekonferenz zur Zinsentscheidung vor einer Woche. Trichet hatte damit seinen Tonfall verschärft. Bislang lautete die Formulierung "mit Wachsamkeit" oder "besonderer Wachsamkeit". Beobachteter werteten dies als Vorbereitung der Finanzmärkte auf steigende Zinsen im nächsten Jahr. Die Notenbank hält ihren Leitzins seit mehr als zwei Jahren bei 2,00 Prozent. Die Jahresinflationsrate war im September auf 2,5 Prozent gestiegen. Die EZB sieht Preisstabilität - ihr oberstes Ziel - bei einer Inflationsrate von "unter, aber nahe bei zwei Prozent" gewährleistet.

Gefährdet wird die Preisstabilität nach Einschätzung der EZB auch von der reichlichen Geldversorgung. "Große Wachsamkeit ist auch ist auch mit Blick auf die reichliche Liquiditätsausstattung im Euroraum erforderlich", heißt es im Monatsbericht.

Für das zweite Halbjahr erwartet die EZB weiterhin eine "allmähliche" Konjunkturerholung. Risiken für den Aufschwung sieht die Notenbank vor allem in hohen Ölpreisen, weltwirtschaftlichen Ungleichgewichten und dem geringen Verbrauchervertrauen.

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