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EZB glättet Wogen am Anleihemarkt

Die EZB kauft weiterhin Staatsanleihen auf um den Anleihenmarkt zu stabilisieren. Das Zaudern der Politik belastet allerdings den Vertrauensaufbau. Nun rückt die Fed in den Fokus.
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FrankfurtDie EZB hat auch heute Wogen am Anleihemarkt geglättet. Die Zentralbank kaufte nach Angaben von Händlern weiter italienische und spanische Staatsanleihen und sorgte so dafür, dass deren Renditen nochmals deutlich nachgaben und sich am Nachmittag knapp über fünf Prozent stabilisierten. Für die Finanzminister in Rom und Madrid ist das eine erhebliche Erleichterung. Investoren blieben allerdings in Hab-Acht-Stellung und warfen weiter alles aus ihren Portfolios, was ihnen als zu riskant erschien. Sie reagierten damit auf die trüben globalen Konjunkturperspektiven und die von S&P heruntergestufte US-Bonität. Was sie aber am meisten davon abhielt, neues Vertrauen aufzubauen, war Analysten zufolge das Zaudern der Politik.

„Die EZB-Aktion kann dem Wachstum keinen dramatischen Schub verleihen, aber sie kann das Vertrauen der Märkte verbessern“, sagte Jim Cielinski, Leiter des Anleihenteams beim Vermögensverwalter Threadneedle. „Aber es gibt ein bedeutendes Element, das bislang fehlt und das ist eine aufrichtige gemeinsame Haltung der Länder der Eurozone. Wenn die Eurozone das erreichen könnte, würde das den Anstrengungen der Zentralbank erheblich helfen.“ Seit über einem Jahr schwebt die Schuldenkrise mittlerweile wie ein Damoklesschwert über der Eurozone, und immer noch streiten die Politiker über Wege aus der Krise.

Die inzwischen ungeheure Nervosität der Anleger ließ sich gut am Verlauf der zehnjährigen Bundesanleihen ablesen. Die Papiere bewegten sich in einer Spanne zwischen einem Plus von 45 Ticks und einem Minus von 82 Ticks. „Bundesanleihen sind sehr teuer, als sichere Häfen sind sie nach wie vor gut nachgefragt“, sagte ein Händler. „Dass sie unter Druck geraten, hängt zu einem Großteil mit den volatilen Bewegungen am Aktienmarkt zusammen.“ Die Kurse an den europäischen Börsen purzelten zwar weiter, allerdings nicht mit der gleichen Wucht wie zu Wochenbeginn. Zeitweise schafften es einige Leitindizes sogar ins Plus.

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