Federal Reserve
Mach's noch einmal, Ben!

Der neue Notenbankchef der USA wird der alte sein: Fed-Chef Bernanke bekommt eine zweite Amtszeit. Jetzt muss er den richtigen Zeitpunkt für die geldpolitische Wende und seine Rolle in der Finanzaufsicht finden.
  • 0

FRANKFURT/WASHINGTON. Der neue Notenbankchef der USA wird der alte sein, Ben Bernanke. Doch das Amt des weltweit mächtigsten Notenbankers wird nicht mehr dasselbe sein, wenn die Pläne der Regierung für die Reform der Finanzaufsicht so umgesetzt werden wie von Präsident Barack Obama angekündigt.

Obama und sein Finanzminister Timothy Geithner wollen ein ganz grundlegend neues System der Aufsicht über Banken und Finanzmärkte schaffen. Darin sollen die US-Notenbank, die Einlagensicherungsbehörde FDIC und eine neu zu schaffende Agentur eine zentrale Rolle spielen. Die US-Regierung will der Fed zwar einerseits zusätzliche Macht geben, gleichzeitig aber muss die Notenbank auch Befugnisse abtreten.

So bekommt die US-Zentralbank nach den Plänen mehr Macht über solche Kreditinstitute, deren möglicher Kollaps das gesamte Finanzsystem bedrohen könnte. Zum Schutz der Konsumenten soll jedoch eine neue Behörde geschaffen werden, die etwa die Geschäfte mit Hypothekenkrediten oder Kreditkarten kontrolliert. Bislang sind dies hoheitliche Aufgaben, die bei der Notenbank liegen.

Beide Vorschläge haben eine Kontroverse über das künftige Profil der Notenbank ausgelöst. Bernanke muss sich dieser Kritik stellen. Politiker stoßen sich an dem Machtzuwachs einer bereits mächtigen Notenbank und fürchten neue bürokratische Monster: „Brauchen wir wirklich drei Bundesbehörden, um unsere Banken zu regulieren?“ fragt etwa Chris Dodd, demokratischer Senator aus Connecticut und Vorsitzender des Bankenausschusses. Kenneth Rogoff, Wirtschaftsexperte der Harvard-Universität, erklärt sich die Skepsis der Politik so: „Sie haben einfach Angst davor, dass ein zu schnelles Vorgehen die konjunkturelle Erholung abwürgen könnte.“ Die Politik wollte zwar mehr Kontrolle – aber erst irgendwann in der Zukunft.

Umgekehrt beanstandet insbesondere die Bankenbranche, dass mit der Etablierung einer neuen Aufsichtsbehörde die Konsumenten gegängelt und faktisch deren Wahlmöglichkeiten beschnitten würden.

Obama und sein Finanzminister Timothy Geithner sehen indes gerade in der ungezügelten und unkontrollierten Vergabe von Krediten in der Vergangenheit eine der Hauptursachen für die Finanzkrise. Es sei den Bürgern viel zu leicht gemacht worden, Schulden aufzunehmen – die sie dann nicht mehr zurückzahlen konnten, als die Hauspreise fielen.

Seite 1:

Mach's noch einmal, Ben!

Seite 2:

Kommentare zu " Federal Reserve: Mach's noch einmal, Ben!"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%