Forschungsinstitut
Eekhoff will Mittelstandsinstitut ins Rampenlicht rücken

Das Bonner Institut für Mittelstandsforschung bekommt ein neues Gesicht: Johann Eekhoff. Der liberale Ex-Staatssekretär übernimmt die Leitung des Forschungsinstituts und spricht sich für eine unternehmerfreundliche Steuerpolitik aus. Warum sich die Politik an Kritik aus dem Bonner Institut gewöhnen muss.
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BONN. Nachdem das vom Bund und vom Land NRW finanzierte Wirtschaftsforschungsinstitut jahrelang unter kommissarischer Leitung unterhalb der öffentlich Wahrnehmungsschwelle vor sich hinforschte, steht nun mit dem liberalen Ex-Wirtschaftsstaatssekretär ein Ökonom an der Spitze, der dafür bekannt ist, seine wirtschaftspolitischen Positionen in der Öffentlichkeit zu vertreten.

„Warum schreit denn niemand auf, wenn die Regierung die Löcher in der gesetzlichen Krankenversicherung mit Steuermitteln stopft?“, fragt Eekhoff im Gespräch mit dem Handelsblatt. „Da sind doch die Selbstständigen gleich doppelt bestraft: Sie müssen die Steuern zahlen und haben nichts von einer Beitragssenkung, weil sie privat versichert sind.“ An solche Kritik an der Tagespolitik aus dem Bonner Institut wird man sich wohl gewöhnen müssen.

Das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) wurde 1957 als Stiftung gegründet. Aufgabe ist, Lage, Entwicklung und Probleme des Mittelstands zu erforschen. Derzeit sind 18 Wissenschaftler beschäftigt. Lediglich mit dem vom BDI präsentierten Mittelstandspanel gelang bislang der Sprung in die Medien.

Das will Eekhoff nun ändern – durchaus auch mit provokanten Thesen. „Die meisten Förderprogramme sind überflüssig, auch weil sie bei den Mittelständlern zu hohe Bürokratiekosten verursachen.“ Die beste Mittelstandsförderung sei eine attraktive Standort- und vor allem eine Steuerpolitik. „Erst fördert der Staat Unternehmensgründungen und sobald eine Firma gegründet ist, betrachtet der Staat den Unternehmer vor allem als Steuerzahler.“ Unter neu gegründeten Unternehmen sei die Insolvenzrate sehr hoch. „Das kann so nicht effizient sein.“ Gerade für den Mittelstand seien aber Steuerfragen existenziell, weil sie in der Regel nicht die Gestaltungsmöglichkeiten hätten wie Großunternehmen.

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