Frühjahrsgutachten
Ökonomen erwarten kräftigen Aufschwung

Im Frühjahrsgutachten geben sich die führenden Forschungsinstitute optimistisch für die deutsche Wirtschaft. Für 2014 und 2015 gehen sie von kräftigem Wachstum aus. Rückenwind erwarten sie aus dem übrigen Euro-Raum.
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BerlinDeutschland steht nach Ansicht der führenden Wirtschaftsforscher vor einem kräftigen und längeren Aufschwung. "Treibende Kraft ist die Binnennachfrage", erklärten die Institute am Donnerstag in ihrem Frühjahrsgutachten für die Bundesregierung. Für 2014 erwarten sie ein Wirtschaftswachstum von 1,9 Prozent, das sich im nächsten Jahr auf 2,0 Prozent beschleunigen soll. Die Zahl der Beschäftigten werde in beiden Jahren jeweils auf einen Rekordwert steigen. "Die Konjunktur erhält allerdings Gegenwind von der Wirtschaftspolitik", betonten die Forscher und kritisierten zentrale Pläne der Regierung heftig: "So ist die abschlagsfreie Rente ab 63 ein Schritt in die falsche Richtung."

Zudem befürchten die Experten, dass die Einführung des flächendeckenden, gesetzlichen Mindestlohns von 8,50 Euro den Aufbau der Beschäftigung dämpfen werde. Bereits 2015 würden rund 200.000 Arbeitsplätze wegfallen, bis 2018 weitere 150.000. Ansonsten zeichnen die Forscher für die Konjunktur ein positives Bild. "Die deutsche Wirtschaft befindet sich im Frühjahr 2014 im Aufschwung." Die Firmen führen ihre Produktion seit einem Jahr auch dank steigender Aufträge nach oben, die Beschäftigung lege zu, und die Stimmung unter Firmen sowie Verbrauchern habe sich deutlich verbessert. Zwar ziehe die Nachfrage aus den Schwellenländern mittlerweile weniger dynamisch an. "Dafür erholt sich aber die Konjunktur im übrigen Euro-Raum, dem wichtigsten Absatzmarkt Deutschlands."

Erstellt wurde das Gutachten von vier Konsortien, die vom Berliner DIW, dem Münchner Ifo, dem IWH aus Halle und dem Essener RWI angeführt werden. Die Gemeinschaftsdiagnose ist Grundlage für die Konjunkturprognose der Bundesregierung, auf der wiederum die Steuerschätzungen für die öffentlichen Haushalte basieren.

Mit scharfer Kritik reagierte der Vize-Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Klaus Ernst, auf die Vorbehalte der Ökonomen gegen die Einführung des Mindestlohns. Das Frühjahrsgutachten der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute im Auftrag der Bundesregierung sei „vollständig überflüssig“. Da werde „Steuergeld für Ideologie verpulvert“, sagte Ernst Handelsblatt Online. Das könne ersatzlos entfallen.

„Keine seriöse Studie zeigt, dass ein Mindestlohn Arbeitsplätze kostet“, sagte Ernst weiter. „Das ist zigfach durch die Erfahrungen in anderen europäischen Ländern bewiesen.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Dietmar Neuerer
Dietmar Neuerer
Handelsblatt / Reporter Politik

Kommentare zu " Frühjahrsgutachten: Ökonomen erwarten kräftigen Aufschwung"

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  • Was sollten die von der Parteienkaste finanzierten, möchtegern Alleswisser auch sonst sagen.

    Der Bürgerpöbel muss doch ruhig gestellt werden und soll nicht aufwachen, aus seinem Biedermeierschlaf 2.0

  • "Die deutsche Wirtschaft ist TROTZ Regierung erfolgreich und nicht wegen. Vor allem Dank der langfristig orientierten Mittelstandsunternehmen und guter Arbeitnehmer."
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    Danke!
    Das bringt es hervorragend auf den Punkt, denn unsere Regierung hat nichts besseres zu tun, als die Steuergelder, die den deutschen, hart arbeitenden Bürgern abgepresst werden, alternativlos für die verlotterte Rotweinzone und als Sozialhilfe für die ganze Welt zu verschleudern, neben allerlei nutzlosen Protzprojekten hierzulande. Das Deutschland *trotz* dieser Machenschaften noch so gut da steht, ist ein Wunder, denn Leistung lohnt sich in diesem Land eigentlich schon lange nicht mehr, nicht bei 70% Staatsquote, wenn man alle direkten und indirekten Steuern, Abgaben, Steuern auf Steuern und Steuern auf Abgaben zusammenzieht.

  • Da wartet man mal lieber ab, ob die Stimmnung der "Hellseher" nach den Europa-Wahlen nicht rapide kippt. Letztendlich stehen die nur für bezahlte Regierungspropaganda.Und 2015 ist noch gaaaanz weit weg.

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