Frühjahrsgutachten
Wirtschaftsforscher: weniger Arbeitslose

Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute rechnen in diesem und im nächsten Jahr mit einer weiteren Zunahme der Beschäftigung. Auch zum Wachstum und zur Inflation liefern die Forscher neue Prognosen.

BERLIN. Bis 2009 soll die Zahl der Arbeitslosen unter die drei Millionen-Marke sinken und dann bei nurmehr 2,9 Millionen Personen liegen. Die Zahl der Erwerbstätigen steigt nach ihrem Frühjahrsgutachten, das dem Handelsblatt vorliegt, von 39,737 Millionen auf 40,210 Millionen in diesem Jahr auf 40,341 Millionen im Jahr 2009.

Die Institute gehen von einem Wachstum von 1,8 Prozent in diesem Jahr und 1,4 Prozent 2009 aus. Die Inflation wird nach der Prognose vor allem in diesem Jahr hoch sein. So erwarten die Forscher einen Anstieg der Verbraucherpreise auf 2,6 Prozent nach 2,3 Prozent 2007. Nächstes Jahr soll sich die Lage wieder entspannen auf einen Preisanstieg von dann 1,8 Prozent.

Der Staatshaushalt, der das vergangene Jahr ausgeglichen war, rutscht nach dem Gutachten in diesem Jahr mit 0,3 Prozent wieder leicht ins Defizit und erreicht 2009 ein kleines Plus von 0,1 Prozent – bezogen auf die Haushalte von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialkassen.

Trotz der Finanzmarktkrise halten Deutschlands führende Konjunkturforscher in Deutschland "ein Abgleiten in die Rezession für wenig wahrscheinlich", heißt es. Sie nennen dafür gleich ein Bündel von Ursachen: So habe die Politik seit dem Beginn der Agenda 2010-Reformen deutlich dazu beigetragen, dass eine Konjunkturabkühlung nicht sofort und nicht so sehr zu einem Rückgang der Produktion führt. Dazu habe neben der Lohnzurückhaltung der vergangenen Jahre der Strukturwandel in den Unternehmen beigetragen.

Anders als in einer Reihe europäischer Länder sei die internationale Wettbewerbsfähigkeit auch dank des Exportsortiments verbessert worden. "Im Zuge des Investitionsbooms in vielen Ländern wurden besonders viele Produkte nachgefragt, bei denen deutsche Anbieter über eine starke Stellung auf dem Weltmarkt verfügen".

Dass die deutsche Wirtschaft derzeit weniger geschwächt ist als andere Volkswirtschaften, führen die Ökonomenauch darauf zurück, dass es hier zu Lande keine Übersteigerungen auf dem Immobilienmarkt gebe, "so dass eine Korrektur, die in anderen Ländern die wirtschaftliche Aktivität dämpft, nicht ansteht". Zudem erweise sich das deutsche Bankensystem vor dem Hintergrund der internationalen Krise im Finanzsektor "als relativ robust". Das liege auch daran, dass die Genossenschaftsbanken und die Sparkassen, die für die Finanzierung von Investitionen mittelständischer Unternehmen eine große Bedeutung hätten, von den Turbulenzen wenig betroffen seien. Dass die Investitionen "zu einem vergleichsweise hohen Anteil aus Eigenmitteln der Unternehmen finanziert werden", wirkt aus Sicht der Ökonomen zudem stabilisierend.

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