Generaldirektor der britischen Industrie- und Handelskammern ist erleichtert
Bank von England belässt Leitzins bei 4 Prozent

Die Bank von England hat den Leitzins am Donnerstag überraschend nicht erhöht. In der Londoner City hatten viele mit einer neuerlichen Erhöhung um 0,25 Punkte gerechnet.

HB LONDON. Anscheinend befürchtete die Zentralbank aber, ein solcher Schritt könne die langsam wieder anziehende Konjunktur gefährden. David Frost, der Generaldirektor der britischen Industrie- und Handelskammern, äußerte sich erleichtert: „Es ist absolut wichtig, weitere Zinserhöhungen zu vermeiden, bis sich die Erholung durchgesetzt hat.“

Gegen dieses Argument musste die Bank das Risiko der weiter steigenden Immobilienpreise abwägen. In den vergangenen zehn Jahren haben sich die Hauspreise mancherorts verdoppelt, wegen steigender Nachfrage und extrem geringer Bautätigkeit. In Großbritannien werden so wenig neue Wohnungen gebaut wie sonst nirgendwo in der Europäischen Union. Sollten die Hauspreise künftig wieder sinken, könnte dies nach Befürchtung vieler Experten zum Bankrott zahlloser Haushalte führen, die sich extrem verschuldet haben.

Der Immobilienmarkt gilt deshalb als Dreh- und Angelpunkt der britischen Wirtschaft. Durch Zinssteuerung kann die Bank von England direkt Einfluss nehmen. Der Verzicht darauf bei einem Beitritt zur Währungsunion gilt als eines der Hauptargumente gegen den Euro.

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