Geringe Inflation
Bernanke deutet Lockerung der US-Geldpolitik an

Die Verbraucherpreise in den USA steigen weiterhin eher langsam. US-Notenbankchef Ben Bernanke hat angesichts geringer Inflation und hoher Arbeitslosigkeit in den USA weitere Stützungsmaßnahmen der Fed angekündigt.
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HB WASHINGTON. Die Verbraucherpreise stiegen im September saisonbereinigt um lediglich 0,1 Prozent, wie das Arbeitsministerium in Washington am Freitag mitteilte. Experten hatten eine etwas stärkere Zunahme um etwa 0,2 Prozent erwartet. Noch im August zogen die Verbraucherpreise um 0,3 Prozent an.

Die Entwicklung im September führte das Ministerium vor allem auf höhere Energie-und Lebensmittelpreise zurück. Experten meinten in ersten Kommentaren, die beschränkte Konsumnachfrage der Amerikaner mache Preisanhebungen vonseiten der Unternehmen und im Handel weiterhin schwierig. Als entscheidender Grund für die geringe Nachfrage gilt die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit in den USA.

Im Jahresvergleich erhöhte sich das Preisniveau um 1,1 Prozent, das ist die gleiche Rate wie noch vor einem Monat. Klammert man die schwankungsanfälligen Bereiche Energie und Lebensmittel aus, lag dies Septemberrate bei lediglich 0,8 Prozent. „Die Inflationserwartungen werden weiterhin eher zurückgehen als zunehmen“, meinte ein Finanzexperte.

Die Kombination aus hoher Arbeitslosigkeit und geringer Inflation sprechen US-Notenbankchef Ben Bernanke zufolge für eine weitere Lockerung der Geldpolitik. Die Gefahr der Deflation sei derzeit unerwünscht groß und die Arbeitslosigkeit eindeutig zu hoch, sagte Bernanke am Freitag.

Die US-Notenbank müsse jedoch die Kosten und Nutzen von weiteren Anleihekäufen zur Erhöhung der Geldversorung abwägen. Zudem könne die Fed die Zinsen noch länger als derzeit am Markt erwartet nahe Null Prozent halten, erklärte Bernanke. Unklar ist aber, wie aggressiv der Schritt der Fed ausfallen wird. Börsianer zeigten sich erleichtert über die Aussicht auf weitere Schritte der Fed zur Unterstützung der wackeligen Erholung der US-Konjunktur: Der Deutsche Aktienindex (Dax) stieg in Folge seiner Äußerungen auf den höchsten Stand seit zwei Jahren.

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  • immerhin drückt er sich vorsichtig aus und läßt sich die Hintertüre offen, auf QE 2 auch zu verzichten, denn es ist ohnehin eingepreist - in Anleihen und Aktien. Für den Verzicht spräche, daß mit QE2 die Anleiherenditen wegen der zunehmenden inflationserwartungen ansteigen würden, wie bereits bei den 30-jährigen zu beobachten ist. Gleichzeitig haben die QE2-Ankündigungen dazu geführt, daß das AAA-Rating der USA am CDS-Markt verlorenging. Absicherungskosten für US-Treasuries stiegen um 28%! Es scheint, man beginnt zu begreifen - was bernanke schwerfallen wird -, daß Austerity angesagt ist. Das würde erklären, warum alle Neo-Keynesianer im beraterstab von Nr.44 die Flucht ergriffen. Das Gegenteil von Geldschwemme und Überschuldung würde zwar kurzfristig Probleme aufwerfen, dafür jedoch schnellstmöglich für gute Verhältnisse zum Neustart sorgen. Etwa wie es der US-dominierte iWF seinen Schuldnern immer vorschreibt: irland, Griechenland etc. Kurzum: Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.

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