Gesprächsrunden vertagt
Tarifverhandlungen in Metall- und Bauindustrie stocken

Die Tarifgespräche über die Anhebung der Löhne und Gehälter von 700 000 Beschäftigten der deutschen Bauindustrie und rund 137 000 Metaller in Sachsen sind am Dienstag zunächst ohne greifbares Ergebnis geblieben. Vor allem in der Baubranche klaffen die Vorstellungen von Arbeitgebern und Gewerkschaft weit auseinander.

HB FRANKFURT. Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall wird sein bundesweit geltendes Angebot voraussichtlich Ende März in Baden-Württemberg vorlegen. Die dritten Runde der Tarifverhandlungen für die deutsche Bauindustrie wurde am Dienstagnachmittag in Wiesbaden ohne Ergebnis auf den 30. März vertagt. Allerdings nutzten beide Seiten die Gespräche, um die Positionen zu klären.

Die deutsche Bauindustrie stellte am Rande der Gespräche für die rund 700 000 Bau-Beschäftigten klar, dass sie nur einen Abschluss mit maximal zwei Prozent mehr Kosten akzeptieren wolle. „Wir haben der Gewerkschaft einen fairen Vorschlag unterbreitet, über dessen genaue Ausgestaltung jetzt geredet werden muss“, erklärte Verhandlungsführer Thomas Bauer. Ein konkretes Angebot legten die Arbeitgeber aber nicht vor.

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) fordert 5,5 Prozent mehr Geld. Sie will in den Verhandlungen nach Jahren der Lohnzurückhaltung und des Personalabbaus eine spürbare Erhöhung durchsetzen. Die Arbeitnehmer-Vertreter verweisen dabei auf die vollen Auftragsbücher der Unternehmen. Die Arbeitgeber argumentieren dagegen, dass die gute Konjunktur noch zu schwach für Lohnerhöhungen sei.

In der sächsischen Metall- und Elektrobranche wurde die erste Runde in Radebeul bei Dresden ohne Ergebnis beendet. Die IG Metall fordert 6,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt. Die Arbeitgeber lehnen die Forderung ab. Der IG-Metall-Bezirksleiter für Berlin-Brandenburg und Sachsen, Olivier Höbel, hatte bereits vor den Gesprächen betont, dass die Mitglieder eine kräftige Tariferhöhung erwarteten und nicht nur Einmalzahlungen.

Die Forderungen der IG Metall seien bezahlbar, sagte Höbel. Die Sprecherin der sächsischen Metallarbeitgeber, Sandra Jäschke, verwies dagegen auf den Vorschlag der Arbeitgeber, einen einmaligen Konjunkturbonus zahlen zu wollen.

Die Metallarbeitgeber wollen das von ihnen angekündigte bundesweit geltende Angebot für die laufende Tarifrunde voraussichtlich Ende März in Baden-Württemberg vorlegen. Das kündigte der Verhandlungsführer des regionalen Arbeitgeberverbands Südwestmetall, Jan Stefan Roell, an. Die Gespräche für die 800 000 Beschäftigten im Südwesten gehen am (morgigen) Mittwoch in die erste Runde.

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