Griechenland
Neues Modell zu rascher Privatisierung

Griechenlands Kreditgeber pochen auf einen schnelleren Verkauf von Staatsbesitz. Dafür soll ein Verbriefungsmodell eingeführt werden. So hätte man die Garantie, dass das Land mit der Privatisierung beginnt.
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BerlinDie Kreditgeber Griechenlands drängen das Land nach einem Zeitungsbericht zu einem schnelleren Verkauf von Staatsbesitz über ein Verbriefungsmodell. Dieses sieht der "Süddeutschen Zeitung" vom Dienstag zufolge vor, dass eine noch zu gründende Treuhand-Behörde Objekte in Staatsbesitz benennt, die verkauft werden sollen. Darauf sollen dann Wertpapiere ausgegeben und Anlegern zum Kauf angeboten werden. Später, wenn diese Objekte selbst verkauft werden, sollen die Anleger ihr Geld mit Zinsen zurückerhalten. Für den Staat biete das den Vorteil, dass er sofort zu Geld komme, unabhängig vom schwierigen und womöglich länger andauernden Verkaufsprozess für die Vermögensteile.

Die Zeitung berief sich auf Kreise in Berlin und Brüssel. Allerdings sei noch nichts entschieden, hieß es. Ein solches Verbriefungsmodell sei aber "eine Garantie, dass die Griechen beginnen zu privatisieren", hieß es aus Kreisen der EU-Kommission. Berichte, nach denen der griechische Staat den Besitz selbst als Sicherheit für Kredite verpfänden wolle, seien in Regierungskreisen als Unsinn abgetan worden.

Ob das Verbriefungsmodell letztlich zum Tragen kommt, wird sich der Zeitung zufolge am 20. Juni bei einem Treffen der Euro-Finanzminister entscheiden. Die griechische Regierung will bis 2015 mindestens 50 Milliarden Euro aus Privatisierungen von Staatsbesitz erlösen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Griechenland: Neues Modell zu rascher Privatisierung"

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  • "Die griechische Regierung will bis 2015 mindestens 50 Milliarden Euro aus Privatisierungen von Staatsbesitz erlösen."
    Nicht will, muß. Auf Befehl der weltweiten Großbanken. Denn Gewinne gehören schließlich in Privatbesitz. Und nicht allen Bürgern. Um die sozialen Folgen sollen sich dann gefälligst die vielen steuerzahlenden Beschäftigten kümmern.

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