Großbritannien
Britische Ökonomen setzen auf Krisenende in 2010

Der Wirtschaftsverband CBI geht davon aus, dass das britische Bruttoinlandsprodukt 2009 um 3,9 Prozent sinken wird. Chefökonom Peter Spencer erwartet "weitere 12 bis 18 Monate Kummer". Mit Spannung wird die Haushaltsrede von Schatzkanzler Alistair Darling erwartet. Die Oppostition bezeichnet den Haushalt bereits als "jüngstes Gericht" für Labour.

LONDON. Als eine der ersten großen Volkwirtschaften könnte Großbritannien im Frühjahr 2010 wieder aus der Rezession auftauchen. Doch werde die Erholung "langsam und zerbrechlich" verlaufen, prognostiziert der Wirtschaftsverband CBI. Auch der Ernst & Young Item Club sieht in seinem Frühjahrsbericht eine "Stabilisierung" und setzt den Aufschwung für Frühjahr 2010 an: "Aber wir haben weitere zwölf bis 18 Monate Kummer vor uns", schränkt Chefökonom Peter Spencer ein.

Die Prognosen kommen kurz vor der "düstersten Haushaltserklärung seit Menschengedenken", wie Spencer die Haushaltsrede nennt, die Schatzkanzler Alistair Darling morgen halten wird. Der Schattenschatzkanzler der oppositionellen Tories, George Osborne, prophezeite, der Haushalt werde zum "Jüngsten Gericht" für die regierende Labourpartei von Premier Gordon Brown.

Der Finanzminister muss seine optimistischen Prognosen vom Herbst drastisch revidieren und zeigen, wie er ein auf 170 bis 180 Mrd. Pfund anschwellendes Defizit in den Griff bekommen will. Darling werde um "substanzielle Steuererhöhungen" nicht herumkommen, glaubt Spencer. Presseberichten zufolge wird der Schatzkanzler zum ersten Mal eine konkrete Zahl für die Kosten der Bankenrettung nennen. Demnach muss der Steuerzahler 60 Mrd. Pfund der Finanzspritzen abschreiben. Trotzdem, so heißt es in den Medien weiter, werde Darling erneut mit "unrealistisch optimistischen" Prognosen aufwarten und 2010 ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von einem Prozent ansetzen.

Für das laufende Jahr geht der CBI nach dem verheerenden ersten Quartal nun davon aus, dass das BIP um 3,9 Prozent schrumpfen wird. In seiner Winterprognose hatte der Wirtschaftsverband das Minus nur auf 3,3 Prozent geschätzt. Der Item Club korrigierte seine Prognose auf minus 3,5 Prozent nach unten. Beide Institutionen sagen aber für das kommende Jahr ein schwaches Wachstum von 0,1 Prozent voraus.

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