Halbjahresstatistik
Deutlich mehr Falschgeld im Euro-Raum

Die Finanzkrise hat vermehrt Geldfälscher auf den Plan gerufen. Im ersten Halbjahr 2009 wurde die Rekordsumme von insgesamt 413 000 gefälschten Euro-Banknoten aus dem Verkehr gezogen, teilt die Europäische Zentralbank (EZB) mit. Das sind rund 17 Prozent mehr als in den vorangegangenen sechs Monaten. In Deutschland hingegen ist die Quote rückläufig.

FRANKFURT.Seit Ausbruch der Finanzkrise Mitte 2007 hat sich das Volumen der sichergestellten Blüten um gut 40 Prozent erhöht. Größter Beliebtheit unter den Fälschern erfreute sich die 20-Euro-Banknote. Bei fast der Hälfte aller entdeckten Fälschungen handelt es sich um solche Scheine. Auf die drei mittleren Banknoten – 20-, 50- und 100-Euro-Scheine – entfielen mehr als 95 Prozent aller Fälschungen.

In Deutschland ist zumindest der durch Falschgeld entstandene Schaden im ersten Halbjahr weiter gesunken. Die Bundesbank registrierte in diesem Zeitraum eine Schadenssumme von rund 1,6 Mio. Euro, nach 1,7 Mio. Euro im zweiten Halbjahr 2008. Grund für diese Entwicklung sei der deutliche Rückgang an Fälschungen von 100- und 200-Euro-Noten, erklärt die Bundesbank. Die Anzahl der gefälschten Banknoten hat auch in Deutschland um 17 Prozent zugenommen.

„Deutschland liegt mit rund sechs Fälschungen auf 10 000 Einwohner pro Jahr nach wie vor weit unter dem Durchschnitt des Euro-Raums“, sagt Helmut Rittgen, der in der Bundesbank für den Zentralbereich Bargeld zuständig ist. Die Präventions- und Aufklärungsarbeit der deutschen Zentralbank leiste dazu einen wesentlichen Beitrag. Die kostenlosen Schulungsangebote der Bundesbank würden sehr gut angenommen. Auch interaktive Lernprogramme auf CD-Rom stießen auf reges Interesse.

Das Euro-System insgesamt übernimmt nach den Angaben der EZB weiterhin beträchtliche Anstrengungen, um sicherzustellen, dass die Öffentlichkeit gut darüber informiert ist, wie man eine gefälschte Banknote erkennt. Für Personen, die mit Bargeld arbeiteten, müsse gewährleistet sein, dass Banknoten-Bearbeitungsmaschinen in der Lage seien, Fälschungen zuverlässig aufzuspüren und aus dem Umlauf zu nehmen.

Marietta Kurm-Engels
Marietta Kurm-Engels
Handelsblatt / Redakteurin
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