Anstieg im Juli
Eurokonjunktur-Indikator: Bild wird freundlicher

Die Konjunktur in der Euro-Zone gewinnt langsam, aber sicher an Fahrt. Das signalisiert der Handelsblatt-Eurokonjunktur-Indikator, der im Juli leicht von 1,5 auf 1,6 Prozent gestiegen ist. Er hat damit wieder das Niveau von Februar und März dieses Jahres erreicht.

ari/HB DÜSSELDORF. Der Indikator läuft der tatsächlichen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung im Euro-Raum etwa ein Vierteljahr voraus. Er wurde im Juli von der gestiegenen Industrieproduktion und wieder besseren Stimmungswerten bei Industrie und Verbrauchern positiv beeinflusst.

>>Der Handelsblatt-Eurokonjunktur-Indikator

Für die Europäische Zentralbank (EZB) bestätigen die jüngsten Einzelindikatoren, dass sich die Konjunkturerholung bereits im zweiten Quartal fortgesetzt hat. Und für die zweite Jahreshälfte seien insbesondere wegen des starken Wirtschaftswachstums außerhalb der Euro-Zone „die Voraussetzungen für eine sich auf breiterer Front verstärkende konjunkturelle Belebung gegeben“, schreibt die EZB in ihrem gestern veröffentlichten Monatsbericht für Juli. Sie erwartet, dass sich nach den Exporten die Unternehmensinvestitionen und danach mit steigender Beschäftigung der private Konsum beleben werden.

Für das zweite und dritte Quartal hatte der Handelsblatt-Indikator bereits seit einigen Monaten eine Beschleunigung des Wachstumstempos prognostiziert. Die Prognosen für das reale Bruttoinlandsprodukt in gleitender Jahresrate (Definition siehe rechts) liegen bei 1,6 und 1,5 Prozent. Für Ulrich van Suntum, Ökonomieprofessor in Münster, der die Handelsblatt-Indikatoren entwickelt hat und sie betreut, ist aber „eine gewisse Vorsicht“ angesagt. Er schließt eine Überzeichnung der Prognosen wegen des noch immer starken Überhangs der Geldmenge M1 nicht aus. Zudem bremse die schwache Konjunktur in Deutschland das Wachstum in der Währungsunion. Ein schwächeres Wachstum in der Euro-Zone als für das zweite Quartal prognostiziert würde die Werte des Handelsblatt- Indikators automatisch ab Juli nach unten drücken.

Ungeachtet dieses Unsicherheitsfaktors sieht aber das Konjunkturbild in der Euro-Zone wieder etwas freundlicher aus als in den Vormonaten. Dies liegt vor allem an den harten Konjunkturdaten wie der Industrieproduktion. Sie ist entgegen ersten Angaben im März nicht gesunken, sondern leicht gestiegen und weist damit einen dreimonatigen Zuwachs in Folge auf. „Endlich scheinen sich also die schon seit längerem besser werdenden Industrieerwartungen in den realen Geschäftszahlen niederzuschlagen“, kommentiert van Suntum. Die Auftragseingänge bei der Industrie sind sogar seit Januar kontinuierlich gestiegen. Sie gehen zwar nicht direkt in den Handelsblatt-Indikator ein, deuten aber auf Produktionszuwächse auch in den kommenden Monaten hin.

Positive Nachrichten gibt es zudem seitens der Stimmungsindikatoren. Das Vertrauen der Industrie in der Euro-Zone ist im Juni wieder besser geworden. Es liegt auch wieder über dem langjährigen Durchschnitt, was für van Suntum ebenfalls auf eine Konjunkturerholung hindeutet. Das Verbrauchervertrauen hat sich ebenfalls erholt, allerdings konnte im Juni lediglich der überraschende Einbruch vom Vormonat ausgebügelt werden. Und der langjährige Durchschnitt ist beim Verbrauchervertrauen noch lange nicht erreicht. Speziell das schlechte Konsumklima in Italien und Deutschland zieht die Verbraucherstimmung in der gesamten Euro-Zone nach unten

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