Konjunktur
Hilfe für US-Häuslebauer schlägt an

Die Ankündigungen der amerikanische Fed, ein neues Hilfsprogramm auflegen zu wollen, hat spürbare Effekte auf den Hypothekenmarkt gezeigt: Hypothekenzinsen sanken deutlich. Bei den Banken standen die Telefone nicht still, weil Hausbesitzer die günstigen Konditionen zur Umschuldung nutzen wollten.

NEW YORK. Der angeschlagene US-Hypothekenmarkt hat positiv auf das jüngste Hilfsprogramm der US-Notenbank Fed reagiert. Die durchschnittlichen Jahreszinsen für eine 30-jährige Hypothek auf privates Wohneigentum sanken nach den Daten von bankrate.com um einen halben Prozentpunkt auf 5,5 Prozent. Am 30. Oktober hatten die Zinsen ein Dreimonatshoch von 6,46 Prozent markiert.

Bei den Banken standen die Telefone nicht still, weil Hausbesitzer die günstigen Konditionen zu Umschuldungen nutzen wollten. "Jetzt kommen die an, die bislang abgewartet haben", sagte Matt Vernon, leitender Kreditberater bei der Bank of Amerika. Die Call Center der Großbank hätten doppelt so viele Anrufe verzeichnet, wie an normalen Tagen, sagte er dem "Wall Street Journal".

Die Fed hatte vorgestern mitgeteilt, mit Hypotheken besicherte Anleihen der staatlichen Immobilienfinanzierer Freddie Mac, Fannie Mae und Ginnie Mae im Volumen von bis zu 600 Mrd. Dollar zu kaufen. Die Folge waren fallende Risikoaufschläge für die ausstehenden Anleihen der Institute. "Je billiger sie Anleihen begeben können, desto aggressiver können sie Hypotheken kaufen", sagte Alan Bosworth vom Anleihebroker Vining Sparks dem Nachrichtendienst Bloomberg. Die drei quasi staatlichen Agenturen kaufen Geschäftsbanken und Hypothekenvertrieben regelmäßig Immobiliendarlehen ab und refinanzieren sie mit eigenen, gedeckten Anleihen. Da Freddie und Fannie zuletzt in Probleme gerieten und vom Staat gestützt werden mussten, stiegen ihre Refinanzierungskosten. Dies schränkte ihre Möglichkeiten zum Ankauf von Hypotheken ein. Entsprechend sank die Fähigkeit der Banken, Darlehen zu vergeben. Diese Entwicklung wird nun durch das Fed-Programm teilweise rückgängig gemacht.

In den Jahren 2005 bis 2007 waren sechs Billionen Hypotheken mit Zinsen von sechs Prozent oder mehr vergeben worden. Allerdings kommen nur US-Bürger mit einer relativ hohen Kreditwürdigkeit in den Genuss der gesunkenen Hypothekenzinsen. "Die neuen Zinsen werden den 11,8 Millionen Schuldnern nicht helfen, die bislang schon nicht umschulden konnten, weil sie mehr Verpflichtungen hatten, als ihr Haus überhaupt wert ist", sagte Mark Zandi, Chefvolkswirt von Moody?s Economy.com. Diese müssen nun auf das geplante Hypothekenmodifizierungsprogramm der Regierung warten. Bislang konnten sich aber Finanzminister Henry Paulson und die Chefin der zuständigen Einlagensicherung, Sheila Bair, nicht auf die Konditionen dieser Hilfen einigen.

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