Höchster Februar-Wert seit fünf Jahren
Arbeitslosenzahl steigt überraschend stark

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland hat sich im Februar weiter verschlechtert. Wie die Bundesanstalt für Arbeit mitteilte, waren im vergangenen Monat 4,706 Millionen Arbeitslose registriert.

Reuters BERLIN. Dies seien 83 100 Arbeitslose mehr als im Januar und 410 100 mehr als im Februar vorigen Jahres. Nur im Januar und Februar 1998 lag die Arbeitslosigkeit mit dem damaligen Nachkriegsrekord von 4,823 Millionen Arbeitslosen noch höher. Die Arbeitslosenquote stieg im Februar im Vergleich zum Januar um 0,2 Prozentpunkte auf 11,3 Prozent.

Ein leichter Anstieg der registrierten Arbeitslosen ist im Februar üblich für die Jahreszeit, bevor im März in der Regel die Frühjahrsbelebung einsetzt. Aufschlussreicher ist daher die saisonbereinigte Entwicklung, bei der jahreszeitliche Einflüsse wie das Winterwetter herausgerechnet werden. Auch saisonbereinigt setzte sich der Anstieg nach Angaben der Bundesanstalt mit einer Zunahme um 67 000 Erwerbslose fort. Von Reuters befragte Banken-Volkswirte hatten im Schnitt mit einem Anstieg um nur 33 700 gerechnet.

Der Vorstandschef der Bundesanstalt, Florian Gerster, sagte bei der Bekanntgabe der Zahlen in Nürnberg, der Arbeitsmarkt könne sich nicht erholen, solange die Wirtschaft stagniere. Der Anstieg der Arbeitslosenzahl sei auch auf die Schnee reiche Witterung zurückzuführen. Der Anstieg der saisonbereinigten Zahlen sei überzeichnet, weil bei der Berechnung die durchschnittliche Witterung zu Grunde gelegt werde.

Bundesarbeitsminister Wolfgang Clement (SPD) bezeichnete in Berlin die Lage am Arbeitsmarkt als überaus ernst. Er hoffe, dass damit der Scheitelpunkt erreicht sei. Ein nach Medienberichten in der Bundesregierung erwogenes Vorziehen der Steuerreformstufe 2005 um ein Jahr zur Belebung der Wirtschaft lehnte Clement ab. Dafür fehle das Geld.

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