Höchster Stand seit November 2002
EZB erhöht Leitzinsen

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat das Niveau der Leitzinsen ein weiteres Mal um 25 Basispunkte erhöht. Damit steigt der zentrale Satz für einwöchige Refinanzierungsgeschäfte auf 3,25 Prozent wie die Notenbank am Donnerstag im Anschluss an ihre auswärtige Ratssitzung in Paris erklärte.

HB PARIS/FRANKFURT. Die Sätze für die Einlagen- bzw. Spitzenrefinanzierungsfazilität erhöhen sich auf 2,25 bzw. 4,25 Prozent. Die Zinserhöhung war erwartet worden, nachdem zahlreiche Mitglieder des EZB-Rats zuletzt immer wieder die „hohe Wachsamkeit“ in Bezug auf die Risiken für Preisstabilität betont hatten. Dies war in den vergangenen Monaten das Signalwort für eine unmittelbar bevorstehende Zinserhöhung.

Die EZB-Zinsen stehen nunmehr auf dem höchsten Stand seit November 2002. Die europäischen Währungshüter haben ihre Schlüsselsätze seit Dezember vergangenen Jahres um insgesamt 125 Basispunkte angehoben. Dabei hat sich der Zeitabstand zwischen den Zinsschritten zuletzt auf zwei Monate verkürzt, nachdem die EZB ihre Zinsen anfangs im Dreimonatsrhythmus erhöht hatte.

EZB-Präsident Jean-Claude Trichet wird den Zinsbeschluss um 14.30 Uhr vor den Medien erläutern. Dabei dürfte er die abermalige Zinsanhebung vor allem mit den anhaltenden Inflationsrisiken begründen. Zudem hatte die Notenbank zuletzt immer wieder erklärt, dass die Geldpolitik schrittweise gestrafft werde, sollte sich das Basisszenario der EZB für die Konjunkturentwicklung im Euroraum bestätigen. Die EZB geht in diesem Rahmen von einer Fortsetzung des robusten Wirtschaftswachstums aus. So rechnet die Notenbank zurzeit für 2007 mit einem Wachstum von 2,1 nach 2,5 Prozent in diesem Jahr.

Beobachter erwarten vor diesem Hintergrund, dass die EZB ihre Zinsen im Dezember ein weiteres Mal anheben wird. EZB-Trichet dürfte einen solchen Schritt signalisieren, wenn er wieder davon spricht, dass die Notenbank die weitere Entwicklung in Hinblick auf die Preisstabilität „sehr genau“ beobachten wird. In den vergangenen Monaten wurde so eine Zinserhöhung im Abstand von zwei Monaten signalisiert.

Unsicherheit besteht allerdings über den im kommenden Jahr zu erwartenden geldpolitischen Kurs. In einer aktuellen Umfrage von Dow Jones Newswires sagten lediglich 17 von 53 Experten voraus, dass die EZB bis Mitte kommenden Jahres eine oder mehrere weitere Zinserhöhungen beschließen werde. Auch an den Terminmärkten sind die Akteure hinsichtlich zusätzlicher Zinsanhebungen im Jahr 2007 eher skeptisch.

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