Hoffnungen auf baldigen Aufschwung
Frankreichs Wirtschaft wächst deutlich

In Frankreich verstärken sich die Hoffnungen auf einen baldigen Aufschwung. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone ist im ersten Quartal des Jahres so stark gewachsen wie seit drei Jahren nicht mehr.

HB PARIS. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg in den ersten drei Monaten dieses Jahres um 0,8 % zum Vorquartal, wie das nationale Statistikamt INSEE am Mittwoch in Paris mitteilte. Von Reuters befragte Volkswirte hatten dagegen mit einem Anstieg von lediglich 0,5 % gerechnet. Nach Angaben des Instituts liegt das Wachstum im Rahmen des Anstiegs des privaten Verbrauchs. Für das Gesamtjahr rechnet die französische Regierung offiziell mit einem BIP-Wachstum von 1,7 %. Präsident Jacques Chirac forderte die Regierung auf, alles zu tun, um das Wachstum zu stärken.

Die französischen Daten waren die ersten Zahlen zum Wirtschaftswachstum in der Euro-Zone in diesem Jahr. Erste Ergebnisse zur Wirtschaftsentwicklung in Deutschland legt das Statistische Bundesamt am Donnerstag vor. Von Reuters befragte Volkswirte gehen von einem BIP-Anstieg um 0,3 % aus.

Im ersten Quartal wurde das stärkste Wachstum der französischen Wirtschaft seit dem Schlussquartal 2000 verbucht, als der Anstieg 1,4 % betrug. Im letzten Quartal 2003 hatte die Wachstumsrate bei 0,6 % gelegen. Der französische Finanzminister Nicolas Sarkozy erklärte, die neuesten Daten belegten, dass die lang erwartete Belebung der französischen Wirtschaft eingesetzt habe. Chirac sagte: „Es hat sich ein positiver Wachstumstrend entwickelt. Dieser Trend muss gefördert und unterstützt werden.“

Auch Analysten äußerten sich positiv. „(Die Daten) liegen höher als erwartet“, sagte Laure Maillard von Caisse des Depots. Das beschleunigte Wachstum könnte dazu führen, dass die Schätzungen für das Wirtschaftswachstum des Gesamtjahres angehoben würden. Analysten wiesen jedoch auch darauf hin, dass das Wachstum vor allem durch den privaten Verbrauch getragen worden sei. Auch die anderen Bereiche müssten sich erholen, um einen feste Basis für einen Aufschwung zu schaffen. „Parallel zum Konsum muss es jetzt eine deutliche Verbesserung bei der Beschäftigung und bei den Investitionen geben“, sagte Stephane Deo von UBS Warburg.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) rechnet in ihrem am Vortag veröffentlichten Ausblick für 2004 in Frankreich mit einer durchschnittlichen Arbeitslosenquote von 9,9 %. Sie dürfte damit deutlich über der für die Euro-Zone erwarteten Quote von 8,8 % liegen.

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