Ifo-Geschäftsklimaindex
Nerb: Jetzt ziehen auch die Wirtschaftsdaten an

Der wachsende Konjunktur-Optimismus der Unternehmen wird sich nach Einschätzung des Münchner ifo Instituts schon bald in den realen Wirtschaftsdaten niederschlagen.

HB/dpa MÜNCHEN. Nachdem die Firmen nun auch ihre aktuelle Geschäftslage besser einschätzten als in den Vormonaten, sei mit mehr Auftragseingängen und später auch mit steigender Produktion und Beschäftigtenzahlen zu rechnen, sagte Ifo-Chefvolkswirt Gernot Nerb der dpa am Dienstag in München. „Wir leben nicht mehr nur von den Erwartungen, sondern der Aufwärtstrend wird auch durch eine bessere Beurteilung der aktuellen Geschäftslage unterfüttert.“

Der vielbeachtete Ifo-Geschäftsklimaindex für Westdeutschland stieg im August von revidiert 89,3 Punkten im Juli auf 90,8 Punkte. Vor allem eine Belebung in der Industrie habe den Anstieg gestützt, sagte Nerb. „Die Industrie, die auch sonst Träger des Aufschwungs war, ist im August deutlich stärker in die Gänge gekommen.“ Positive Tendenzen ließen sich sowohl bei der Vorproduktion als auch bei den Investitionsgütern und den Exporterwartungen ausmachen. „Es scheint wieder ein Impuls vom Ausland zu kommen.“

Eine leichte Verbesserung verzeichnete das Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung im August auch in der westdeutschen Bauwirtschaft. „Dagegen sind die Aussichten im Einzelhandel, der in letzter Zeit eine Art Überraschungssieger war, wieder gedämpfter“, sagte Nerb.

Rückschlüsse auf eine durchgreifende Erholung des Sorgenkindes Bauwirtschaft sind nach Einschätzung von Nerb noch nicht möglich. „Es scheint so, dass man jetzt die Talsohle sieht.“ Die leichte Belebung auf niedrigem Niveau in Westdeutschland sei vermutlich auf den erwarteten Wegfall der Eigenheimzulage zurückzuführen, der zum Vorziehen von Bauprojekten führe. In den neuen Ländern dauere zudem die Beseitigung der Flutschäden an.

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