Ifo-Geschäftsklimaindex
Zuversicht der deutschen Unternehmen lässt nach

Die Anzeichen für einen leichten Dämpfer für das hohe deutsche Wachstum mehren sich: Nach dem ZEW- ist auch der Ifo-Index für Juni leicht zurückgegangen. Die vom gleichnamigen Münchner Institut befragten 7 000 deutschen Unternehmen beurteilten sowohl ihre Lage als auch ihre Aussichten weniger zuversichtlich als im Vormonat.

HB MÜNCHEN. Wie das Ifo-Institut am Freitag mitteilte, sank der Ifo-Geschäftsklimaindex auf 107,0 Punkte. Im Mai hatte er noch bei 108,6 Punkten gelegen. Damit entfernte sich das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer von seinem 16-Jahres-Hoch im Dezember. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit einem leichten Rückgang auf 108,4 Punkte gerechnet.

Der Teilindex für die Geschäftserwartungen fiel auf 102,8 von 104,8 Zählern im Vormonat. Der Lageindex sank auf 111,4 von 112,5 Punkten. Von Reuters befragte Analysten hatten mit unveränderten Erwartungen und einem Sinken des Barometers für die Lage auf 112,2 Punkte gerechnet.

Ifo-Chef Hans-Werner Sinn erklärte zum Juni-Index: „Beide Komponenten des Geschäftsklimas sind aber nach wie vor auf einem hohen Niveau und sprechen für eine weiterhin robuste Konjunktur“. Ifo-Konjunkturexperte Gernot Nerb ergänzte: „Wir haben überall einen Rückgang bei den Geschäftserwartungen, auf der anderen Seite gleichbleibende Exporterwartungen und steigende Beschäftigtenerwartungen.“ Nerb geht nicht davon aus, dass nun der Gipfel der Konjunkturentwicklung zwingend erreicht sei. „Wir werden einen Aufschwung auch im zweiten Halbjahr sehen, aber vielleicht nicht mit dem Schwung, den wir noch vor ein paar Monaten erwartet hätten“.

Experten rechnen nun mit einer etwas langsameren Gangart der Konjunktur. „Vielleicht sind das die ersten Wolken über dem wirtschaftlichen Frühlingserwachen in Deutschland“, sagte David Brown von Bear Stearns. Nun gehe es moderater weiter, sagte Dirk Schumacher von Goldman Sachs. Für kommendes Jahr bleiben die Experten aber optimistisch. „Wir erwarten einen deutlichen Anstieg des privaten Verbrauchs“, sagte Jürgen Michels von Citigroup. Dann werde das Wachstum auf breiterem Fundament stehen und dürfte deshalb kräftig blieben.

Das Ifo-Institut ermittelt das Geschäftsklima auf Grund der Befragung von 7 000 Unternehmen aus Industrie, Baugewerbe, Groß- und Einzelhandel.

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