In Milliardenhöhe
DIW rechnet mit Überschuss in Rentenkassen

Der Arbeitsmarkt entwickelt sich positiv – das beschert der Rentenversicherung hohe Einnahmen. Einen Überschuss von 2,5 Millionen Euro erwartet der DIW im kommenden Jahr. Beitragssenkungen bleiben gleichwohl ungewiss.
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BerlinDie Deutsche Rentenversicherung dürfte im laufenden Jahr einen Überschuss von insgesamt 2,5 Milliarden Euro erzielen. Das erwartet nach eigenen Angaben vom Dienstag das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), das am Mittwoch seine Herbstgrundlinien für 2014 vorstellt. „Die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist gut und dürfte es auch im kommenden Jahr bleiben“, begründete DIW-Finanzexpertin Kristina van Deuverden diese Einschätzung. Beitragssenkungen für 2015 bleiben aber gleichwohl ungewiss.

Die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt „beschert der Rentenversicherung hohe Einnahmen“, erklärte van Deuverden weiter. Sie wies darauf hin, dass die Rentenkassen bereits im ersten Halbjahr 2014 hohe Überschüsse erzielt hätten. Trotz der milliardenschweren Mehrausgaben für die Rente mit 63 und die Mütterrente, die im zweiten Halbjahr zu Buche schlagen, würden daher am Jahresende auch für das Gesamtjahr schwarze Zahlen stehen.

Das Vermögen der Rentenkassen dürfte dann laut DIW auf mehr als 36 Milliarden Euro ansteigen. Die sogenannte Schwankungsreserve der Rentenversicherung werde bereits gegen Ende des Jahres die Obergrenze von anderthalb Monatsausgaben übersteigen.

Nach geltender Rechtslage könnte daher der Beitragssatz zur Rentenversicherung zum Jahreswechsel um 0,6 Punkte auf dann 18,3 Prozent sinken. Das DIW wies aber darauf hin, angesichts der absehbaren demografischen Entwicklung könne auch über andere Möglichkeiten nachgedacht werden, um Überschüsse im System zu belassen und so künftige Beitragserhöhungen hinauszuschieben.

„Eine solche demografische Reserve könnte die Beitragsentwicklung über längere Zeit stabilisieren und künftige Beitragszahler und Generationen zumindest etwas entlasten“, erklärte dazu DIW-Präsident Marcel Fratzscher. Allerdings müsse das Geld dann auch tatsächlich im System bleiben, forderte Fratzscher. Er verwies auf die Gefahr, dass die Bundesregierung Überschüsse der Rentenkassen erneut nutzen könnte, um „weitere Mehrausgaben im Rentensystem“ zu beschließen oder „Haushaltslöcher zu stopfen“.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Sollen die Bürger momentan ein wenig beruhigt werden, bevor der große Knall kommt?
    Irgendwie erinnert das so an Göppels-Propaganda

  • Dann könnten die Beitragszahler ja auch mehr Rente bekommen!

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