Inflation
Preise klettern auf zwei Prozent

Die Preise in Deutschland sind im Januar bis auf die kritische Marke von zwei Prozent gestiegen, die EZB ist in Alarmbereitschaft. Kommt nun doch die Zinswende? Die EZB-Banker halten sich bedeckt.
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BerlinSteigende Energie- und Nahrungsmittelpreise haben das Leben in Deutschland auch im Januar verteuert. Die Inflationsrate zog in Nordrhein-Westfalen, Bayern, Sachsen, Hessen und Brandenburg jeweils leicht an - bis auf 2,0 Prozent. Verglichen mit Dezember sanken die durchschnittlichen Verbraucherpreise in den fünf Ländern um bis zu 0,5 Prozent, weil nach den Weihnachtsferien das Reisen wieder deutlich billiger wurde und der Schlussverkauf die Preise für Saisonware wie Winterbekleidung drückte.

Der Bundesverband deutscher Banken (BdB) warnt deshalb vor einer Inflationshysterie. Von einem breit angelegten Preisschub in Deutschland „kann noch keine Rede sein“, sagte Hauptgeschäftsführer Michael Kemmer. „Auch im Euro-Raum sehe ich keinen Beginn eines sich selbst verstärkenden Inflationsprozesses.“ Gegenwärtig würden vor allem Rohstoff- und Lebensmittelpreise die Teuerungsrate treiben. Doch günstige Statistik-Effekte sollten im Frühjahr für einen Rückgang sorgen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) ist allerdings schon in Alarmbereitschaft. Die Preise für Importwaren aus Asien und anderen aufstrebenden Regionen dürften künftig stärker steigen als in den vergangenen zehn Jahren, warnte ihr Direktoriumsmitglied Lorenzo Bini Smaghi in Florenz. Die Industriestaaten müssten deshalb die Kosten und Preise dämpfen. „Andernfalls muss die Geldpolitik restriktiver werden als sie sein sollte“, deutete Bini Smaghi die Möglichkeit von Zinserhöhungen an.

Die Frankfurter Währungshüter sprechen bis zu einer Teuerungsrate von knapp unter zwei Prozent von stabilen Preisen. Im Dezember lag sie im Euro-Raum mit 2,2 Prozent erstmals seit mehr als zwei Jahren über dieser Schwelle. Für Januar sagen Analysten einen nochmaligen Anstieg auf 2,5 Prozent voraus.

Die EZB hält ihren Leitzins seit bald zwei Jahren auf dem Rekordtief von einem Prozent. Hebt sie ihn an, werden Kredite für Unternehmen und Verbraucher teurer, was die Nachfrage und damit den Preisauftrieb dämpfen kann. Allerdings droht das die ohnehin schwache Konjunktur in Euro-Krisenstaaten wie Spanien, Griechenland und Irland ganz abzuwürgen.

Die Weltbank erklärte unterdessen die Zeiten billiger Lebensmittel für beendet. „Wir werden keine billigen Nahrungsmittelpreise mehr sehen, denn wir haben es mit einem langfristigen Phänomen zu tun“, sagte Weltbank-Direktorin Ngozi Onkonjo-Iweala beim Weltwirtschaftsforum in Davos zu den weltweit steigenden Preisen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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