Inflationsgefahr
EZB warnt vor Risiken für die Preisstabilität

Monetäre Prognosen zeigen zunehmende Inflationsgefahren im Euro-Raum an. Die EZB ist bei der Beurteilung des Aussagegehalts der monetären Inflationsprognosen allerdings nach wie vor vorsichtig.

mak FRANKFURT. Die Inflationsgefahren, die im Euro-Raum von der monetären Entwicklung ausgehen, sind seit Mitte 2004 deutlich gestiegen. Das zeigen die monetären Inflationsprognosen, die die Europäische Zentralbank (EZB) in ihrem gestern vorgelegten Monatsbericht für Juni veröffentlicht hat. Im Durchschnitt des Zeitraums vom ersten Quartal 2006 bis zum ersten Quartal 2009 wird danach die Inflationsrate zwischen 2,25 und 3,5 Prozent liegen. Damit würden die Währungshüter ihre selbst gesetzte Marke für Preisstabilität von „unter, aber nahe zwei Prozent“ möglicherweise deutlich verfehlen.

Die EZB ist bei der Beurteilung des Aussagegehalts der monetären Inflationsprognosen allerdings nach wie vor vorsichtig, obwohl gerade erst wieder eine Studie der Bundesbank ihre Treffsicherheit bestätigt hat. Die monetären Inflationsprognosen seien noch „im Werden“, schreibt die EZB. Weitere Analyse sei erforderlich.

Die Notenbank hat ihre monetäre Inflationsprognose erstellt, indem sie für sieben Untergruppen beziehungsweise Variationen der Geldmenge M3 ermittelt hat, wie diese voraussichtlich auf die Preisentwicklung wirken. Der niedrigste und der höchste der so ermittelten Werte markieren die von der EZB angegebene Spanne von 2,25 bis 3,5 Prozent. Effektiv liegt die Inflationsrate seit 2000 immer leicht über zwei Prozent. Nach Angaben von Eurostat ist sie im Mai auf 2,5 Prozent gestiegen.

Die EZB räumt ein, dass ihre auf der Grundlage makroökonomischer Modelle veröffentlichten Projektionen für die Teuerung diese immer wieder unterschätzt haben. Auf der gleichen Grundlage hat sie in der vergangenen Woche für 2006 eine Inflationsrate von 2,1 bis 2,5 Prozent und für 2007 von 1,6 bis 2,8 Prozent vorhergesagt. In diesen Projektionen sind monetäre Entwicklungen nicht berücksichtigt. Andererseits überschätzten Prognosen auf der Basis des unbereinigten M3-Wachstums tendenziell die Inflation, schreibt die EZB. Zu zuverlässigeren Ergebnissen gelange man, wenn man das Wachstum der Geldmenge M3 um Portfolioumschichtungen bereinige.

Trotz aller Prognoseunsicherheiten warnt die EZB erneut vor den Inflationsrisiken, die die monetäre Analyse mittelfristig für die Preisstabilität anzeigt. Das niedrige Zinsniveau treibe die monetäre Expansion. EZB-Chef Jean-Claude Trichet hat angekündigt, es weiter anzuheben, wenn sich die günstige Konjunkturprognose der Währungshüter bestätigt.

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