Internationaler Währungsfonds
Irland soll unter dem Rettungsschirm bleiben

Irland gilt als „Musterknabe“ in der Euro-Schuldenkrise. Dublin will in wenigen Wochen unter dem EU-Rettungsschirm hervorschlüpfen. Aus Washington kommt nun die mahnende Stimme: Zu früh – und zu riskant.
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BerlinDer Internationale Währungsfonds (IWF) warnt Irland davor, den EU-Rettungsschirm komplett ohne Sicherheitsnetz hinter sich zu lassen. „Wir würden es vorziehen, dass Irland das laufende Rettungsprogramm Schritt für Schritt verlässt“, sagte der IWF-Vizechef David Lipton der Tageszeitung „Die Welt“ (Samstag). Zwar habe Irland alles getan, um die Wirtschaft des Landes zu stabilisieren. „In dieser Situation sollte die Troika (der internationalen Geldgeber) Irland mit vorsorglichen Maßnahmen zur Seite stehen.“

Lipton hat dabei nach eigenen Worten kein zweites Rettungspaket im Auge. „Aber wir wünschen uns ein Paket, das Geld für den Notfall zur Verfügung stellt - auch wenn wir davon ausgehen, dass der Notfall nicht eintritt.“

Der IWF-Vize räumte ein, dass sich die Lage am Kapitalmarkt für Dublin so weit normalisiert habe, dass Irland weitaus weniger für frisches Geld zahlen müsse als Italien, Spanien oder Portugal. „Aber die Frage ist doch, ob Irland ohne Rettungsweste weiterschwimmen sollte“, sagte Lipton. „Wenn ein Sturm aufkommt, ist es gut, einen Rettungsring zumindest in der Nähe zu haben, den man im Notfall greifen kann.“ Niemand sei geholfen, wenn Ende des Jahres erklärt werde, alles sei erledigt - „und dann im Sommer 2014 eine Situation entsteht, in der Irland wieder um Hilfen bitten muss - möglicherweise aus Gründen, für die Irland selbst nichts kann“.

Mit Blick auf Spekulationen zu einer vorbeugenden Kreditlinie für Dublin hatte EU-Währungskommissar Olli Rehn allerdings schon Mitte Oktober gesagt: „Das ist eine Möglichkeit, deshalb wurden vorbeugende Kreditlinien geschaffen.“ Auch Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem sagte: „Alle Optionen ist offen. Wir kommen darauf im November zurück.“ Mit einer Kreditlinie könnte laut Experten der Übergang zu einer vollen Finanzierung an den Märkten erleichtert werden.

Irland hatte Mitte Oktober angekündigt, als erstes der Euro-Krisenländer den Rettungsschirm von EU und IWF verlassen zu wollen. Ministerpräsident Enda Kenny hatte versichert, die wirtschaftliche Notstandssituation sei vorüber - und das Land wolle auch nicht wieder unter den Rettungsschirm zurückkehren.

Bisher laufen noch in Griechenland, Portugal und Zypern Unterstützungsprogramme von EU und Internationalem Währungsfonds (IWF) zur Finanzierung der Staatsschulden. Spanien erhielt Kredite zur Stützung des Bankensektors.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Glauben die Iren etwa ernsthaft, der IWF würde sie aus seinen Fängen wieder entlassen ?! Ziemlich naiv....

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