Investitionen bleiben Schwachpunkt
Frankreichs Wirtschaft verfehlt Erwartungen

Frankreichs Wirtschaft hat im ersten Quartal des laufenden Jahres enttäuscht. Das Wachstum lag bei 0,5 Prozent, Experten hatten im Schnitt mit einem Anstieg von 0,6 Prozent gerechnet.

HB PARIS. Frankreichs Wirtschaft ist zu Beginn des Jahres langsamer gewachsen als die der gesamten Euro-Zone (plus 0,6), aber etwas schneller als die deutsche (plus 0,4 Prozent). Darüber hinaus korrigierten die Statistiker die Zahlen für das Gesamtjahr 2005 nach unten: Auf Grund eines schwächeren vierten Quartals wurde die Wachstumsrate von 1,4 auf nur noch 1,2 Prozent nach unten revidiert.

Finanzminister Thierry Breton bezeichnete das Ergebnis des letzten Quartals als „gut“ und bestätigte seine Prognose für 2006 von 2 bis 2,5 Prozent Wachstum. „Der Hauptbelastungsfaktor im ersten Quartal war der Abbau von Lagerbeständen. Rechnet man diese heraus, läge die Wachstumsrate bei über einem Prozent“, sagte er. Die meisten Ökonomen rechnen im Schnitt mit einer Jahreswachstumsrate von zwei Prozent.

Ökonomen wie Nicolas Bouzou vom unabhängigen Forschungsinstitut Xerfi erklärte den überraschend hohen Abbau der Lagerbestände damit, „dass die Unternehmen noch kein Vertrauen in die weiteren Aussichten haben und lieber Lagerbestände abbauen als die Produktion zu erhöhen.“

Die Nachfrageseite erwies sich im ersten Quartal als Konjunkturmotor: Allen voran das Konsumverhalten der Franzosen trug erneut zum Wirtschaftswachstum bei. Da ihre Einkommen nur sehr langsam steigen, finanzieren sie ihre Käufe stärker auf Pump – das zeigen die zweistelligen Wachstumsraten der Anbieter von Konsumentenkrediten. Auch der Export lieferte im ersten Quartal einen positiven Wachstumsbeitrag.

Schwachpunkt der französischen Wirtschaft bleiben die Investitionen, die im ersten Quartal leicht rückläufig (minus 0,1 Prozent) waren. „Diese Zurückhaltung erklärt sich mit der Dollar-Schwäche, den steigenden Preisen für Rohstoffe sowie dem schlechten sozialen Klima“, so Bouzou. Das vorsichtige Investitionsverhalten passt zu den jüngsten Zahlen über den Beschäftigungsaufbau in der Wirtschaft; die Zahl der neu geschaffenen Jobs stagnierte im ersten Quartal bei rund 20 000.

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