IWF-Verhandlungen
Osteuropa braucht dringend Kredit

Die internationale Finanzkrise trifft die osteuropäischen Länder stärker als bisher erwartet. Nach Informationen des Handelsblatts verhandeln mindestens zehn Staaten mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) um milliardenschwere Hilfsprogramme.

BERLIN/WIEN. "Über die Anträge wird so schnell wie möglich entschieden", hieß es im Umfeld des Währungsfonds. Angesichts der anhaltenden Wirtschaftskrise sei eine Mehrheit in der IWF-Führung für die Genehmigung weiterer Hilfsanträge.

Zu den Ländern, die beim Währungsfonds erstmals um finanzielle Unterstützung angefragt haben, gehören Bulgarien, Kroatien und Mazedonien. Auf eine schnellere Auszahlung oder Aufstockung der IWF-Hilfen spekulieren die Ukraine, Serbien, Rumänien, Weißrussland und Lettland. Ungarn hat sich noch nicht entschieden, ob es mehr Geld vom Fonds benötigt. Den Antrag von Bosnien hat der IWF soeben genehmigt. In Fonds-Kreisen hieß es, dass Anträge in der Regel innerhalb einer Woche entschieden und die Mittel zur Auszahlung freigegeben werden. Problematisch sei derzeit der erneute Antrag von Lettland. In diesem Fall sei mit keiner schnellen Entscheidung zu rechnen, hieß es.

Bosnien erhält einen befristeten Kreditrahmen in Höhe von rund 1,13 Mrd. Euro. Etwa 203 Mio. Euro gab der IWF sofort frei. Ob die restlichen Mittel ebenfalls fließen können, hängt von der Umsetzung der Spar- und Wirtschaftsprogramme ab, die die bosnische Regierung zuvor angekündigt hatte. Alle drei Monate will der IWF dies überprüfen.

Bulgariens neue Regierung will Medienberichten zufolge "möglichst schnell" Verhandlungen über Standby-Kredite aufnehmen, um die an den Euro gekoppelte Landeswährung Lew zu stabilisieren, die massiv unter Abwertungsdruck stehe. Am Sonntag hatte der bisherige Sofioter Bürgermeister Bojko Borissow die Wahlen gewonnen und will nun zügig eine Koalition bilden, um die bislang herrschende sozialistische Regierung abzulösen. Experten in Sofia rechnen aber damit, dass die Gespräche "nicht vor Ende September beginnen können".

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