Konjunktur
Bundesregierung senkt ihre Wachstumsprognose

Die Bundesregierung folgt nun dem IWF und den Forschungsinstituten und schraubt ihre Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft nach unten. Insider haben auch schon eine genaue Zahl erfahren.
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BerlinDie Bundesregierung reagiert auf die Serie schwacher Konjunkturdaten und die schlappe Weltwirtschaft: Nach dem Internationalen Währungsfonds und den führenden Forschungsinstituten schraubt nun auch sie ihre Wachstumsprognose für Deutschland kräftig nach unten. Im Gespräch ist eine Absenkung auf jeweils „rund eineinviertel Prozent“ für 2014 und 2015, wie Reuters am Freitag aus Koalitionskreisen erfuhr. „Das ist die Hausnummer“, sagt eine mit den Zahlen vertraute Person. Ein anderer Vertreter aus dem Koalitionslager bestätigte: „Die Regierung geht kräftig nach unten." In ihren bisherigen Schätzungen war sie von einem Wachstum von 1,8 Prozent in diesem und 2,0 Prozent im nächsten Jahr ausgegangen.

Hauptgrund für die Korrektur sind die vielen schlechten Nachrichten im August. Exporte, Industrieaufträge und Produktion waren jeweils so stark eingebrochen wie seit Anfang 2009 nicht mehr. Das außenwirtschaftliche Umfeld habe sich ungünstig entwickelt, gerade auch in den europäischen Nachbarländern. „Die Wachstumsschwäche ist in den Kern der Währungsunion vorgedrungen“, so einer der Insider. Daneben drückten die vielen geopolitischen Krisenherde - unter anderem in der Ukraine mit den folgenden Sanktionen gegen Russland - auf die Stimmung. Allerdings sei die Binnenkonjunktur wegen des stabilen Arbeitsmarktes noch einigermaßen robust.

Konjukturbarometer

Entwicklung des ifo-Geschäftsklimaindex

von Oktober 2013 bis Oktober 2014 (Punkte)


„Auf breiter Front eingetrübt“

„Die deutsche Konjunktur durchlief im Sommer eine Schwächephase“, räumte das Bundeswirtschaftsministerium in seinem Monatsbericht für Oktober ein. „Die Stimmungsindikatoren haben sich auf breiter Front eingetrübt.“ Die geopolitischen Konflikte würden die Unternehmen zunehmend verunsichern. „Hinzu kommt die schleppende Erholung im Euro-Raum mit negativen Effekten auf die Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen deutscher Unternehmen.“ In die Währungsunion gehen etwa 37 Prozent der deutschen Exporte.

Noch sind die neuen Prognosen, die Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel am Dienstag vorstellen will, nicht endgültig festgezurrt. Es gebe noch Unschärfen, so die Insider. Klar sei aber, dass die Bundesregierung in Richtung der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute gehen werde. Diese hatten ihre Wachstumserwartungen auf 1,3 Prozent für 2014 und auf 1,2 Prozent für 2015 heruntergenommen. Diese liegen damit jeweils rund dreiviertel Prozentpunkte unter den vorherigen. Die neue Regierungsprognose bildet die Grundlage für die nächste Steuerschätzung, die in wenigen Wochen ansteht.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Konjunktur: Bundesregierung senkt ihre Wachstumsprognose"

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  • >> Gespräch. Die Bundesregierung sieht nun eine trübere Zukunft für die deutsche Wirtschaft >>

    Wie kommt's ?

    Das "Sparschweinchen im Wägelchen" hat uns doch die letzten 10 Jahre permanent erzählt, dass wir auf Gutem Weg sind und er sogar ab 2015 eine "Schwarze Null" erreichen will ?

    Hat das Volk das mißverstanden...hat er damit gemeint, dass die "Schwarze Null" er selbst sei ( Führungs-Null ), und in Zukunft ohne dieser Null auskommen muß ?

    Gut, das die Schwarzen , verlogenen Nichtskönner noch an der Macht sind und sich die nächsten paar Jahre von den seit 10 Jahren erzählten Lügen EWNTZAUBERN !

    Der Schleier fällt, die blassen, dämlichen , dilettantisch-zuckenden Fressen treten hervor !

    Jedes Volk hat das, was es gewählt hat !

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