US-Jobdaten
Überraschend starker Arbeitsmarkt

Nicht nur die Märkte spielen verrückt, sondern auch die Statistik. Die USA schaffen im Juni netto 287.000 neue Stellen – weit mehr als erwartet.

Und die US-Notenbank steht damit vor der Situation, dass die U-Wirtschaft im Inland doch robust aussieht, was für eine baldige Zinserhöhung sprechen würde, zugleich aber die angespannte internationale Lagen eher davon abraten lässt.

Im Mai schien es noch ganz so, also würde der Arbeitsmarkt in den USA an Schub verlieren. Nur 38.000 Stellen wurden außerhalb des Agrarsektors neu geschaffen – weit weniger als erwartet. Selbst wenn die Briten nicht über den Ausstieg aus der EU abgestimmt hätten, wäre das genug Grund für die US-Notenbank gewesen, Zinserhöhungen erst einmal zu verschieben.

Für Juni haben viele Ökonomen die Rückkehr zu gewohnter Stärke erwartet, die Prognosen lagen bei rund 175.000. Tatsächlich wurden es aber 287.000 – das ist der stärkste Zuwachs seit vergangenem Oktober. Im gleichen Moment hat die US-Regierung aber die Mai-Zahlen nach unten auf nur noch 11.000 revidiert.

Die Arbeitslosigkeit stieg trotzdem leicht an auf 4,9 Prozent, weil offenbar mehr Amerikaner wieder auf Job-Suche gegangen sind, was ja ein gutes Zeichen ist. Die Löhne lagen im Schnitt um 2,6 Prozent höher als im Vorjahr, auch etwas mehr als im Mai.

Die Fed hatte ihre Pläne einer weiteren Zinserhöhung bis auf weiteres verschoben. Fed-Chefin Janet Yellen kommentierte noch im Juni die wirtschaftliche Entwicklung sehr verhalten, und Bill Dudley, Chef der Fed New York, betonte vor kurzem, in den Brexit-Wirren sei Geduld gefordert.

Möglicherweise läuft die Fed jetzt doch in die Situation, wo aus internen Gründen eine Zinserhöhung gefordert wäre, aber sie sich aus externen Gründen nicht traut. Die Folge könnte sein, dass die Inflation in den USA mittelfristig über die Zielmarke von 2,0 Prozent hinaus steigt. Anders als in Europa gilt das in den USA aber als akzeptabel.

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