Konjunktur
Deutsche Exporteure erleben herben Rückschlag

Den deutschen Exporteuren ist das Geschäft zu Jahresbeginn auf allen fünf Kontinenten gleichzeitig weggebrochen. Überdurchschnittlich stark war der Rückgang bei Ausfuhren in die Türkei und nach Russland, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) in Wiesbaden mitteilte.

HB BERLIN. „Einen Rückschlag auf so breiter Front hat es bislang nicht gegeben“, sagte eine Sprecherin des Statistischen Bundesamtes am Dienstag. Sowohl im Handel innerhalb Europas als auch mit Asien, Afrika, Australien und Amerika habe es deutliche Einbußen gegeben. Umsatzzuwächse verzeichneten die Unternehmen lediglich mit einigen kleinen Handelspartnern wie Ägypten oder Panama.

Insgesamt sanken die Exporte von Januar bis März um 21,2 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal 2008 auf 199,0 Mrd. Euro. Das ist Negativrekord.

Exporte in Länder außerhalb der Europäischen Union (EU) gingen mit 19,6 Prozent (auf 71,7 Mrd. Euro) etwas weniger stark zurück als die Gesamtausfuhren. Besonders die Ausfuhren nach China (– 3,3 Prozent auf 7,6 Mrd. Euro), in die Schweiz (– 7,3 Prozent auf 9,0 Mrd. Euro) und nach Indien (– 8,0 Prozent auf 1,8 Mrd. Euro) waren in geringerem Maß von den allgemein zu beobachtenden Rückgängen betroffen.

Überdurchschnittlich stark eingebrochen sind die Ausfuhren in die Türkei (– 38,7 Prozent auf 2,5 Mrd. Euro) und nach Russland (– 31,4 Prozent auf 5,2 Mrd. Euro). Die Ausfuhren in die Vereinigten Staaten fielen um 26,4 Prozent auf 13,8 Mrd. Euro und nach Japan um 22,4Prozent auf 2,6 Mrd. Euro.

Die Exporte in die EU-Mitgliedsländer verringerten sich um 22,0 Prozent auf 127,3 Mrd. Euro. In die nicht zur Eurozone zählenden Länder der EU gingen Waren für insgesamt 39,0 Mrd. Euro (– 25,9 Prozent), in die Eurozone für 88,3 Mrd. Euro (– 20,2 Prozent). Relativ geringe Rückgänge zeigten die Versendungen nach Österreich (– 10,1 Prozent auf 12,1 Mrd. Euro) und Dänemark (– 10,2 Prozent auf 3,6 Mrd. Euro). Spanien (– 37,0 Prozent auf 7,7 Mrd. Euro) und Ungarn (– 35,7 Prozent auf 2,9 Mrd. Euro) nahmen hingegen deutlich weniger deutsche Waren ab als im ersten Quartal 2008.

Der Branchenverband BGA hofft, dass das Exportminus bis Jahresende auf etwa 15 Prozent eingedämmt werden kann und setzt dabei auf Impulse durch die weltweiten Konjunkturprogramme. Deutschlands größter Technologiekonzern Siemens etwa erwartet, dass die staatlichen Hilfspakete ab Herbst den Auftragsschwund abfedern. Konzernchef Peter Löscher verspricht sich davon Aufträge von über 15 Mrd. Euro, verteilt auf die kommenden drei Geschäftsjahre.

Die deutschen Gesamteinfuhren verringerten sich im ersten Quartal 2009 um 14,7 Prozent auf 172,2 Mrd. Euro.

Die Einfuhren aus Ländern außerhalb der EU gingen weniger stark zurück (– 11,2 Prozent auf 73,3 Mrd. Euro) als die gesamte Einfuhr. Neben den Einfuhren aus Indien (+ 5,5 Prozent auf 1,4 Mrd. Euro) und den USA (+ 4,7 Prozent auf 11,5 Mrd. Euro), trug hierzu die Entwicklung der Einfuhren aus China (– 1,5 Prozent auf 13,7 Mrd. Euro), der Schweiz (– 3,1 Prozent auf 7,4 Mrd. Euro) und Norwegen (– 5,0 Prozent auf 5,3 Mrd. Euro) bei. Besonders stark verminderten sich dagegen die wertmäßigen Einfuhren aus Russland (– 31,1Prozent auf 5,8 Mrd. Euro).

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