Konjunktur
Euro-Wirtschaftsklima fällt auf historisches Tief

Das Wirtschaftsklima im Euroraum hat sich zum sechsten Mal in Folge verschlechtert. Laut einer Umfrage des Ifo-Instituts ist die Stimmung im ersten Quartal auf einen historischen Tiefpunkt gesunken. Besonders in Deutschland hat sich demnach die Situation seit der letzten Befragung eingetrübt.

HB MÜNCHEN. In erster Linie wurde die aktuelle Lage von den befragten Experten drastisch schlechter bewertet, erklärte der Chef des Münchner Wirtschaftsforschungsinstitut, Hans-Werner Sinn, am Mittwoch. Besonders in Deutschland und den Niederlanden habe sich die Situation seit der letzten Befragung im Herbst eingetrübt.

Der Gesamtindex zum Wirtschaftsklima im Euroraum lag im ersten Quartal bei 45,8 Punkten und damit auf dem niedrigsten Wert seit der Wiedervereinigung. In den nächsten sechs Monaten werde sich der Konjunkturabschwung in den Ländern des Euroraums weiter fortsetzen, wenn auch verlangsamt, erklärte Sinn.

Der Index zur aktuellen Lage fiel mit 41,1 Punkte auf den tiefsten Stand seit 1994. Dagegen verbesserte sich der Index zu den Erwartungen gegenüber dem Vorquartal um fast acht Zähler auf 49,6 Punkte. Trotz dieser Verbesserung blieben die Erwartungen stark unterkühlt, sagte Sinn.

In allen Ländern des Euroraums habe sich das Wirtschaftsklima im ersten Quartal verschlechtert. Am ungünstigsten werde die derzeitige wirtschaftliche Situation in Frankreich, Irland, Portugal, Spanien und Italien beurteilt. Deutlich besser als im Durchschnitt werde die aktuelle Situation dagegen in Österreich, Finnland, der Slowakei und Slowenien eingeschätzt.

Im Laufe der kommenden sechs Monate werde mit einer rückläufigen Inflationstendenz gerechnet, sagte Sinn. Die Inflationserwartungen der befragten Experten lägen für 2009 mit 1,6 Prozent im Jahresdurchschnitt sogar leicht unter der Zielmarke der Europäischen Zentralbank. Die große Mehrheit der Befragten rechne mit einer weiteren Senkung der Leitzinsen in den kommenden sechs Monaten. Auch bei den Kapitalmarktzinsen werde ein Rückgang erwartet.

Den US-Dollar bewerteten die Experten im Verhältnis zum Euro als weitgehend angemessen. Der japanische Yen dagegen wurde als leicht überbewertet gesehen, das britische Pfund gilt nach der Talfahrt der vergangenen Monate als unterbewertet gegenüber dem Euro.

Das Wirtschaftsklima für den Euroraum wird vom Münchner Ifo-Institut in Zusammenarbeit mit der internationalen Handelskammer in Paris erhoben und basiert für das erste Quartal 2009 auf der Einschätzung von 268 Experten aus Unternehmen und Institutionen.

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