Konjunktur
Italienische Industrie bricht ein

2012 fängt nicht gut an für Italiens Industriebetriebe. Im Januar senkten sie ihre Produktion um 2,5 Prozent und damit wesentlich stärker als von Experten erwartet. Dies wird sich im Bruttoinlandsprodukt niederschlagen.
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RomItaliens Industrie kommt auch zu Jahresbeginn nicht aus der Krise. Die Betriebe drosselten im Januar ihre Produktion um 2,5 Prozent zum Vormonat und damit dreimal so stark wie von Experten erwartet, teilte das italienische Statistikamt Istat am Freitag mit. Im Vorjahresvergleich gab es sogar mit fünf Prozent den größten Rückgang seit Dezember 2009. „Es sieht nicht gut aus für das Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal“, sagte Analystin Carmela Pace von MPS Finance. Die EU-Kommission erwartet, dass Italiens Wirtschaft Anfang 2012 mit 0,7 Prozent genauso stark schrumpft wie im Schlussquartal 2011. Das Land steckt mitten in der Rezession und dürfte laut italienischer Zentralbank auch dieses Jahr konjunkturell um 1,5 Prozent an Fahrt verlieren.

Im Nachbarland Frankreich läuft es wesentlich besser - auch in der Industrie. Die Betriebe produzierten 0,2 Prozent mehr als im Dezember. In Deutschland legte die Industrie um 1,4 Prozent zu, das Produzierende Gewerbe stellte 1,6 Prozent mehr her.

In den kriselnden Euro-Ländern drücken die Sparprogramme kräftig auf die Wirtschaftskraft und die Konsumlaune der Bürger. Dies zeigt sich etwa in Spanien, wo die Arbeitslosigkeit mit rund 23 Prozent so hoch ist wie in keinem anderen EU-Land. Die Umsätze der Einzelhändler fielen im Januar um sechs Prozent zum Vorjahresmonat, wie das nationale Statistikamt mitteilte. Damit sanken die Erlöse den 19. Monat in Folge. Die spanischen Gewerkschaften riefen wegen geplanter Arbeitsmarktreformen der Regierung zu einem Generalstreik am 29. März auf.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Konjunktur: Italienische Industrie bricht ein"

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  • Mit "neoliberalen Denkmustern" hat es NICHTS zu tun. Überhaupt NICHTS. Nein, es muss nur Branche für Branche einzeln betrachtet werden. Wird es so betrachtet, ist ableitbar, woran es liegt.

    Die Folgen werden dagegen spürbar sein, da Italien natürlich die Ausgaben drosseln müssen, wenn die Einnahmen sinken. Das hat auch nichts mit "MerkelMussWeg" zu tun, sondern etwas mit schlichter Mathematik. Würde es Italien ignorieren, ist ein Bankrott vorgezeichnet. Auf Pump ohne Substanz kann man nicht lange Wirtschaften. Würde man sich den Schuldenhaushalten ungebremst hingeben, wäre es höchstens eine Konkursverschleppung.

    Die ital. Autoindustrie z.B. modernisierte sich zu langsam. FIAT ist als Marke zuwenig in nicht EU-Märkten vertreten und wichtige Innovationstrend (Hybridisierung Antriebsstrang) gehen nicht von FIAT aus. Italien ist streikfreudig, aber weniger investitionsfreudig in der Moderniserung der Fabriken. Italien krampft immer noch an einem massiven Nord-Süd-Gefälle im eigenen Land herum. Italien schwächelt in der Exportfähigkeit, weil andere zeitgleich besser werden und sich die ital. Industrie zu langsam innovativ entwickelt. Auch ein "Nicht-Wachsen-Wollen" ist ein Problem auf einem längeren Zeitstrahl. Auch Politskandale wie das Müllproblem Neapels und das Aussitzen in der Investition von Müllverbrennungskraftwerken sind sympthomatisch.

    Schließlich müssen Probleme weggearbeitet und nicht weggelabert o. weggeträumt werden.

  • Es ist über die Maßen bedauerlich, daß das kleinkarierte, hirn- und herzlose neoliberale Denk- und Handelsmuster nun ein weiteres Land in den Abgrund treibt. Als ich noch jung war, hat der "Staat" vieles geregelt und umgesetzt - zum Wohle der Allgemeinheit und nicht für die leistungslosen Gier - Einkommen sog. "Investoren" und Aktionäre. Da lief es rund und die meisten Menschen waren zufrieden.Dann kam die EUSSR - die "Erfolge" ihrer sozialistischen Zwangsmaßnamen sind mittlerweile öffentlich zu "bewundern". Armes Deutschland - armes Europa !!!
    Denkt einmal daran - Griechenland ist nur ein Testlauf - jetzt ist Italien an der Reihe - bald steht der "Feind" auch vor deiner Türe ! DANKE Angela, daß wir das Elend unserer Eltern wiedererleben dürfen !! Zur Hölle mit dir !!

  • Wieso bricht die ital. Industrie ein? Die läuft bereits seit über einem Jahrzehnt nicht!!! und das ist Fakt. Wer also mein mit Griechenland wäre es das gewesen... viel Spass. Spanien, Italien und co. stehen schon an, nur berichtet man darüber noch nicht.

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