Konjunktur
Japans Wirtschaft im Sturzflug

Die japanische Wirtschaft ist im vierten Quartal zum Vorquartal preisbereinigt um 3,2 Prozent geschrumpft. Dies ist der stärkste Einbruch seit der Ölkrise 1974. Auch die Weltwirtschaft ingesamt wird nach Einschätzung der Weltbank deutlich schrumpfen. Weltbank-Präsident Zoellick sprach vom schlimmsten wirtschaftlichen Umfeld seit den 30er Jahren.

HB TOKIO. Ein massiver Exporteinbruch hat die japanische Wirtschaft Ende 2008 so stark schrumpfen lassen wie seit der Ölkrise vor 35 Jahren nicht mehr. Das Bruttoinlandsprodukt sank von Oktober bis Dezember um 3,2 Prozent im Vergleich zum Vorquartal, wie die Regierung am Donnerstag in Tokio mitteilte. Das war der stärkste Einbruch seit 1974 und zugleich das dritte Minusquartal in Folge.

Experten sagen der nach den USA zweitgrößten Volkswirtschaft die schwerste Rezession seit Ende des Zweiten Weltkriegs voraus. „Wir befürchten, dass Japan die Talsohle erst 2011 hinter sich lassen wird“, sagte Seiji Adachi von Deutsche Securities. Das exportabhängige Land leidet stärker als andere Industriestaaten unter der Weltwirtschaftskrise: In den USA sank die Wirtschaftsleistung um 1,6 Prozent, im Euro-Raum um 1,5 Prozent.

Die japanischen Ausfuhren gingen im vierten Quartal um 13 Prozent zurück, weil die Nachfrage bei wichtigen Handelspartnern wie den USA und China einbrach. Einstige Exportschlager wie Auto und Heimelektronik lassen sich nur schwer verkaufen. In den Lagern der Firmen stapeln sich deshalb die unverkauften Waren: Dort liegen Produkte im Wert von 37 Mrd. Euro - das ist doppelt so viel wie im Sommerquartal. Um die Lager zu räumen, werde die Industrie ihre Produktion stark drosseln müssen, sagte der Experte des Forschungsinstituts Dai-ichi, Yoshiki Shinke.

Angesichts der unsicheren Aussichten investierten die Unternehmen 5,4 Prozent weniger. Wegen der steigenden Arbeitslosigkeit schränkten die Verbraucher ihre Ausgaben um 0,5 Prozent ein.

Analysten befürchten, dass die Wirtschaft im laufenden ersten Quartal noch stärker schrumpft. „Der Rückgang könnte noch stärker ausfallen“, sagte der Chefvolkswirt von Nomura Securities, Takahide Kiuchi.

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