Konjunktur
Kölner Forscher sehen lange Talsohle

Positiver Ausreißer bei den Konjunkturprognosen: Das Institut der deutschen Wirtschaft sieht die Lage etwas optimistischer als die Bundesregierung. Nach der Frühjahrsprognose der Kölner Forscher schrumpft das deutsche Bruttoinlandsprodukt um 4,5 Prozent.

HB BERLIN. Die Bundesregierung geht dagegen davon aus, dass die Leistung der deutschen Wirtschaft um minus sechs Prozent zurückgeht. Bei den Aussichten für 2010 stimmen beide überein: Auch das IW erwartet eine BIP-Steigerung von etwa 0,5 Prozent.

IW-Direktor Michael Hüther sagte, zwar werde in diesem Jahr die konjunkturelle Tiefebene erreicht. Sie werde allerdings nicht mit kräftigem Marschtempo durchschritten, geschweige denn, dass es bis Ende 2010 zu einem nennenswerten Aufstieg komme. "Wir erreichen die Talsohle, aber keinen nachhaltigen Wendepunkt nach oben." Die ostdeutsche Wirtschaft wird den Angaben zufolge zunächst wegen ihrer geringeren Internationalität etwas weniger von der Weltwirtschaftskrise getroffen.

Die Krise spiegelt sich auch in der IW-Konjunkturumfrage wider, an der mehr als 1 900 Unternehmen teilnahmen. Im Westen gehen demzufolge zwei Drittel der Firmen von einer rückläufigen Produktion im Jahr 2009 aus. Nur ein Zehntel erwarte ein Plus. Im Osten seien 53 Prozent der Betriebe skeptisch und lediglich 14 Prozent zuversichtlich.

Wesentlich geprägt werde das Bild durch die Flaute im Auslandsgeschäft. Nur sieben Prozent der Unternehmen rechnen der Umfrage zufolge 2009 mit höheren Ausfuhren als im vergangenen Jahr, 56 Prozent dagegen mit einem Minus. Der IW-Prognose zufolge werden die preisbereinigten Exporte 2009 um 17 Prozent schrumpfen.

Doch auch im Inland sehe es trübe aus. So seien im Westen 58 Prozent und im Osten 54 Prozent der Unternehmen davon überzeugt, dass ihre Investitionen 2009 sinken. Einen Aufwärtstrend erwarteten gerade mal elf Prozent der west- und 16 Prozent der ostdeutschen Firmen.

Aufgrund dieser negativen Impulse rechnen den Angaben zufolge 56 Prozent der befragten Unternehmen in diesem Jahr mit einem Stellenabbau. Lediglich acht Prozent planten, ihr Personal aufzustocken.

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