Konjunkturbarometer
Ifo-Index gibt überraschend nach

Im Oktober hat sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft ein wenig eingetrübt. Der Ifo-Index sank entgegen der Erwartungen um 0,3 Punkte. Dabei plagen die Unternehmen gleich mehrere Sorgen.
  • 4

München/BerlinDämpfer für die deutsche Wirtschaft: Nach zuvor fünf Anstiegen in Folge ist der Ifo-Geschäftsklimaindex im Oktober überraschend gefallen. Das viel beachtete Barometer sank um 0,3 auf 107,4 Punkte, wie das Münchner Ifo-Institut am Freitag mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten dagegen mit einem weiteren Zuwachs auf 108,0 Zähler gerechnet. „Die deutsche Konjunktur nimmt noch nicht volle Fahrt auf“, sagte Ifo-Experte Kai Carstensen. Ökonomen machten dafür den gerade erst vertagten US-Haushaltsstreit und den stärkeren Euro mitverantwortlich.

Die rund 7.000 befragten Manager schätzten ihre Geschäftslage und die Aussichten für die kommenden sechs Monate schlechter ein als zuletzt. Die Situation sei aber „weiterhin überdurchschnittlich gut“, so Carstensen. Die Stimmung trübte sich sowohl in der Industrie als auch bei den Dienstleistern, dem Bauhauptgewerbe und im Einzelhandel ein. Lediglich der Großhandel stemmte sich gegen den Abwärtstrend. In der Industrie besteht aber Hoffnung auf Besserung. „Die Exporterwartungen sind auf den höchsten Wert des Jahres gestiegen“, sagte Carstensen. Zuletzt hatte beispielsweise die weltweit zweitgrößte Volkswirtschaft China an Fahrt gewonnen.

Auch die Haushaltskrise in den USA, die in den vergangenen Wochen die Welt in Atem hielt, dürfte nur wenige Eindruck in den Chefetagen hinterlassen haben. Zwar wisse man nicht, wie sich die Werte ohne die dramatische Zuspitzung entwickelt hätten, doch da auch die Exporterwartungen der Firmen weiter nach oben auf einen neuen Jahreshöchstwert geklettert seien, dürfte die Besorgnis über die Lage in den USA kaum Auswirkungen auf die Stimmung in den Unternehmen gehabt haben, sagte Ifo-Konjunkturexperte Steffen Henzel. Insgesamt belege der Index weiter die starke Rolle der deutschen Wirtschaft in Europa und weltweit.

Investoren ließ der Rückgang des wichtigsten deutschen Konjunkturbarometers kalt. Die Dax bewegte sich kaum und tendierte 0,3 Prozent schwächer bei 8957 Zählern. Der Euro verlor minimal auf 1,3815 Dollar.

Ökonomen verwiesen auch auf den Haushaltsstreit in den USA: „Nach den jüngsten Turbulenzen in Washington bestehen wohl bei den Unternehmen Unsicherheiten“, erklärte der Chefvolkswirt der VP Bank, Thomas Gitzel. „Möglicherweise zeigt auch der feste Euro leichte Bremsspuren.“ Sein Wechselkurs ist derzeit so hoch wie seit zwei Jahren nicht mehr, was Exporte nach Übersee verteuert. „Sorgen macht uns der zunehmend starke Euro, der die Stabilisierung in Europa zurückwerfen kann“, sagte auch KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner.

Von Reuters befragte Analysten sagen der deutschen Wirtschaft im laufenden vierten Quartal ein robustes Wachstum von 0,4 Prozent voraus. Für das dritte Quartal werden 0,3 Prozent erwartet. Im Frühjahr hatte es noch ein Plus von 0,7 Prozent gegeben, weil die im langen Winter liegengebliebenen Arbeiten nachgeholt wurden. „Die deutsche Wirtschaft bleibt aber in guter Form“, sagte ING-Ökonom Carsten Brzeski.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Konjunkturbarometer: Ifo-Index gibt überraschend nach"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Liebes Schneewittchen, kann es sein, dass Ihr Unternehmensmodell der Escortservice ist?

  • die erhebung der zahlen zum IFO index ist durchaus zweifelhaft.

    zum einen was die anzahl der angeblich befragten unternehmer/innen als auch was die aussagen zu suggestivfragen angeht.

    und der steuerzahler unterstützt diese wassersuppe.

    unsinn höchsten grades

  • Wie, wie kann das sein? Hat meine Sekretärin die Kreuze wieder an der falschen Stelle gemacht ? Muss man denn als Chefin alles immer selber machen ?

    Dank Power-Merkel und dem Super-Euro geht es uns in Deutschland und unserer Firma so gut wie noch nie.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%