Konsum im September
Deutscher Einzelhandel unerwartet stark

Die Umsätze im deutschen Einzelhandel haben sich im September deutlich besser entwickelt als erwartet. Im Vergleich zum Vorjahr verläuft das Geschäft jedoch weiter schleppend. Die Erholung des Konsums kommt nach Angaben von Volkswirten nur sehr zögerlich voran.

HB WIESBADEN. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Grundlage vorläufiger Ergebnisse mitteilte, stiegen die Umsätze gegenüber dem Vormonat preis-, saison- und kalenderbereinigt um 2,3 Prozent. Ökonomen hatten lediglich einen Zuwachs um 0,8 Prozent erwartet.

Im Vormonat waren die Umsätze um 1,6 Prozent gesunken, im Juli hatte es einen Anstieg um 0,7 Prozent gegeben. Volkswirte sagten trotz der positiven Überraschung, dass die Erholung des Konsums nur sehr zögerlich verlaufe. Als Grund hierfür wurde auch die zuletzt rasante Teuerung bei Energie und Nahrungsmitteln genannt. Dies schlage sich negativ auf die Stimmung der Verbraucher nieder, hieß es.

Auf Jahressicht wies Destatis einen realen Umsatzrückgang im Einzelhandel von 2,2 Prozent aus. Allerdings hatte der Berichtsmonat einen Verkaufstag weniger als der September 2006. Zudem waren die Umsätze im Vorjahr von der im September näher rückenden Mehrwertsteuererhöhung nach oben verzerrt. Nominal lagen die Umsätze im September im Vergleich zum Vormonat um 2,6 Prozent höher, während auf Jahressicht ein Minus von 1,2% registriert wurde.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat litten vor allem Lebensmittelgeschäfte und Kaufhäuser. Dagegen verbuchte der Textilhandel zum Saisonwechsel gute Zuwächse.

Nach Angaben der Deutschen Bundesbank verzeichneten die Einzelhandelsumsätze zuzüglich Kfz und Tankstellen ein reales Umsatzplus von 1,6 Prozent auf Monatssicht. Im August war hier ein Minus von 0,5 Prozent verzeichnet worden, im Juli eine Zunahme um 0,6 Prozent. In dieser Abgrenzung lagen die Einzelhandelsumsätze im September auf Jahressicht real um 0,3 Prozent niedriger. Der entsprechende Index erreichte mit 110,3 seinen höchsten Wert in diesem Jahr.

Commerzbank-Ökonom Matthias Rubisch sagte, dass die gute September-Entwicklung der Einzelhandelsumsätze durch einen Sondereffekt bei den Bekleidungsumsätzen begünstigt worden sei. Diese hätten auf Jahressicht um fast 12 Prozent höher gelegen. Für Oktober sagte Rubisch bereits wieder sinkende Umsätze voraus. Insgesamt dürfte seinen Berechnungen zufolge der Einzelhandelsumsatz (ohne Kfz und Tankstellen) im dritten Quartal um 0,3% gegenüber dem Vorquartal gestiegen sein, nach plus 0,8 Prozent im zweiten Jahresviertel.

Alexander Koch von Unicredit erklärte hingegen, offenbar hätten die gestiegenen Nahrungsmittelpreise den Konsum im September noch nicht sonderlich belastet. Er gehe davon aus, dass der private Verbrauch im dritten Quartal insgesamt einen signifikanten Beitrag zum Wirtschaftswachstum geleistet habe. Entsprechende Daten zum Bruttoinlandsprodukt werden am 14. bzw. 22. November von Destatis veröffentlicht.

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