Konsumklima
Kauflaune der Verbraucher steigt trotz schlechterer Stimmung

Die Zuversicht der deutschen Verbraucher hat im August einen deutlichen Dämpfer bekommen - dennoch steigt die Bereitschaft zu größeren Einkäufen.
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NürnbergDie Börsenturbulenzen und Sorgen um eine neue Rezession drücken die Stimmung der deutschen Verbraucher. Die Konsumenten fürchten zwar eine Konjunkturflaute, dank der guten Arbeitsmarktlage steigt ihre Kauflaune jedoch weiter, wie aus einer Umfrage der GfK-Marktforscher unter 2000 Menschen hervorgeht.

Das gesamte GfK-Konsumklima für September sank etwa wie erwartet auf 5,2 von revidiert 5,3 Punkten . Es war der dritte Rückgang in Folge. „Die Verschärfung der internationalen Schuldenkrise und die zunehmende Angst vor einem Rückfall der Weltwirtschaft in die Rezession haben beim Konjunkturoptimismus der Bundesbürger deutliche Spuren hinterlassen“, betonte GfK-Experte Rolf Bürkl. Auf das Konsumklima habe sich dies aber bisher kaum ausgewirkt.

Das positive Umfeld von sinkender Arbeitslosigkeit und steigenden Einkommen gleichen laut GfK den Konjunkturpessimismus weitgehend aus. Dennoch betonten die Nürnberger Forscher: „Die Bundesbürger befürchten, dass auch die deutsche Konjunktur von der weltweiten Schwächephase angesteckt werden kann, wenn sich die Exportaussichten spürbar eintrüben.“ Die globalen Börsen sind seit einigen Wochen auf Talfahrt, da Experten sich um eine kräftige Wachstumsabkühlung sorgen. Auch die Stimmung der deutschen Firmen trübt sich deutlich ein, wie der überraschend starke Rückgang des Ifo-Geschäftsklimas zeigte.

Die gesamte Wirtschaft legte im zweiten Quartal nur noch um 0,1 Prozent zu, nach starken 1,3 Prozent zum Jahresanfang. Die Verbraucherausgaben sanken ungeachtet des guten Konsumklimas und verhinderten damit ein stärkeres Wachstum. Die GfK-Konjunkturerwartungen der Konsumenten brachen im August um 31,2 Punkte auf 13,4 Zähler ein. Dieser Teilindikator rutschte auf den niedrigsten Stand seit Juni 2010.

Der schwindende Optimismus sorgte auch dafür, dass die Verbraucher ihre künftige Finanzlage skeptischer einschätzten. Das Barometer für die Einkommensaussichten sank um sieben auf 27,6 Punkte. „Die Bundesbürger befürchten, dass sie im Rahmen der Lösung der Schuldenkrise künftig verstärkt zur Kasse gebeten werden und rechnen mit finanziellen Belastungen“, erklärte die GfK. Zudem belasteten nach wie vor hohe und teilweise noch steigende Energiepreise. Dennoch gingen die Bürger unterm Strich von steigenden Einkommen aus.

Dies sei auch der Grund, warum sich die Konsumlaune von der Krise unbeeindruckt zeige. Der Teilindex, der die Bereitschaft zu größeren Einkäufen misst, kletterte um 2,8 auf 36,9 Zähler.

„Rückläufige Arbeitslosenzahlen sorgen für eine nachlassende Angst vor Jobverlust und damit für mehr Planungssicherheit.“ Zudem dränge die Debatte um die Schuldenkrise manchen Verbraucher zum Handeln. „Viele Bundesbürger fürchten um die Stabilität ihrer Währung und legen folglich ihr Geld eher in werthaltigen Anschaffungen an, als es auf die hohe Kante zulegen“, sagte Bürkl. Dies belege auch der starke Rückgang der Sparneigung im August.


Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Selbst die GfK stellt also schon den Crack-Up-Boom fest.

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