Konsumklimaindex erneut gesunken
Wahlkampf vermiest Deutschen die Kauflaune

Das Konsumverhalten der Deutschen bleibt instabil. Die Stimmung der deutschen Verbraucher ist abermals gesunken. Experten warnen nun vor einer weiteren Verschlechterung durch den anstehenden Bundestagswahlkampf.

HB BERLIN. Das von der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) ermittelte Konsumklima sank für Juni auf 4,4 von 4,8 Punkten für Mai, wie die GfK am Freitag mitteilte. Damit sei die Wahrscheinlichkeit weiter gesunken, dass der private Konsum in diesem Jahr noch nennenswerte Konjunkturimpulse liefern werde.

Die für den Wahlkampf zu erwartende Reformdiskussion könnte die Verunsicherung der Verbraucher noch vergrößern: „Die Verbraucher schwanken zwischen Hoffnung und Skepsis.“ Statt erlösender Taten seien in den nächsten Monaten Wahlkampfformeln zu erwarten.

Die GfK ermittelt aus einer Befragung von 2000 Personen das Konsumklima für den Folgemonat. Dabei wird nach der Einschätzung der Konjunktur und des persönlichen Einkommens sowie der Neigung zum Kauf langlebiger Güter gefragt.

Im Mai sank der Index der Konjunkturerwartung auf minus 16,3 von minus 15,6 Punkten, die Einkommenserwartungen gaben auf minus 13,3 von plus 0,1 Zählern nach. Die Anschaffungsneigung verbesserte sich auf minus 21,3 von minus 27,1 Punkten, erreichte aber nicht wieder das Niveau vom Jahresbeginn.ähnlich negativ wie die von Firmen und Finanzmarktexperten.

Für Ost und West bleibe die schlechte Lage am Arbeitsmarkt das beherrschende Thema. Zudem fürchteten die Konsumenten, dass der Staat die Mehrwertsteuer erhöhen werde, um Löcher im Bundeshaushalt zu stopfen und das Defizit zu senken.

GfK-Chef Klaus Wübbenhorst sagte: „So lange der Bürger nicht die Gewissheit kriegt, dass die Politik dafür sorgt, dass die Arbeitsplätze sicherer werden, gehe ich davon aus, dass sich keine deutliche Besserung wird einstellen können.“ Man müsse davon ausgehen, dass in der nächsten Zeit, in der viel Propaganda gemacht werde von allen Parteien, wenig entschieden werde.

Volkswirte hingegen maßen den anstehenden Wahlkampf-Debatten nicht so große Bedeutung bei. Sie betonten harte Einfluss-Faktoren für den Konsum wie die Arbeitslosigkeit oder die Einkommenslage.

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