Kräftiges Plus
Der deutsche Exportmotor läuft auf Hochtouren

Die deutschen Außenhändler melden positive Zahlen: Die Exporte legten im Februar kräftig zu. Vor allem außerhalb Europas sind Güter aus Deutschland heiß begehrt. Und es gibt auch gute Nachrichten für die Euro-Zone.
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BerlinDie deutschen Exporte haben trotz Schuldenkrise im Februar überraschend zugelegt. Sie kletterten um 1,6 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Analysten hatten mit einem Rückgang um 0,4 Prozent gerechnet. Im Januar hatten die Ausfuhren auf Monatssicht um 3,4 Prozent zugelegt.

Die Unternehmen verkauften im Februar Waren im Wert von 91,3 Milliarden Euro ins Ausland. Das waren 8,6 Prozent mehr als im Februar 2011. Dafür sorgte die starke Nachfrage aus Ländern, die nicht zur Europäischen Union gehören. Die Exporte in diese Region stiegen um 13,4 Prozent und legten damit rund viermal so stark wie die in die Euro-Länder zu.

Analyst Christian Schulz von der Berenberg Bank sagte in einer ersten Reaktion: „Das sind sehr positive Zahlen. Denn im Februar hatten wir einen recht harten Winter. Das dürfte die Importe hochgetrieben haben, allein bei der Energie. Wenn in solchen Monaten dennoch auch die Exporte steigen, ist das für Deutschland ein guter Wert.“ Der Trend einer ausbalancierten deutschen Wirtschaft gegenüber der Euro-Zone setze sich fort, sagte Schulz. Daraus könne man folgern, dass die deutsche Wirtschaft zwar innerhalb der Euro-Zone an Wettbewerbsfähigkeit verliere, nicht aber auf den Weltmärkten. „Das ist die optimale Situation, weil sich die Euro-Zonen-Länder aus ihren heimischen Problemen herausarbeiten können und Deutschland gleichzeitig weltweit an Marktanteilen gewinnt“, sagte Schulz.

Auch Carsten Brzeski von der ING Bank zog ein positives Fazit: „Auf die deutschen Exportzahlen ist Verlass: Sie haben gegen den allgemeinen Trend in der Wirtschaft im Februar den zweiten Monat in Folge zugelegt.“ Die Industriedaten der vorigen Woche zeigten, dass die deutsche Wirtschaft mit einer technischen Rezession flirte, fügte Brzeski hinzu. „Doch ein von mildem Wetter getriebener Aufschwung am Bau, die durchwachsenen Industriedaten und die Handelszahlen von heute haben das Potenzial, die Wirtschaft aus der Rezessionsgefahrenzone zu hieven.“

Basisdaten Deutschland

Quelle: Information Research

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • nunja, etwas müssen wir ja exportieren im austausch bekommen wir devisen für rohstoffe, die wir nicht haben, aber das erklärt immernoch nicht, weshalb wir uns mit schuldscheinen bezahlen lassen, denn das dient nur dazu die bilanzen zu schönen und den shareholder value zu pushen.

  • „Das ist die optimale Situation, weil sich die Euro-Zonen-Länder aus ihren heimischen Problemen herausarbeiten können und Deutschland gleichzeitig weltweit an Marktanteilen gewinnt“, sagte Schulz: Wenn das eine Rechtfertigung der Währungsunion sein soll, ist es ein übler Scherz. Denn die Länder, die sich "aus ihren heimischen Problemen herausarbeiten" wären in diese Probleme gar nicht gekommen, wenn es die Gemeinschaftswährung Euro nicht gegeben hätte. Denn als Deutschland weltweit, das heisst außerhalb der Euro-Währungszone an Marktanteilen gewann (ab 2002), haben die PIIGS+F-Länder begonnen, ihre gigantischen Schuldenberge mit deutschen Importen auf Pump aufzubauen, an denen wir jetzt generationenlang knabbern können.
    Was sich auf dem Feld der Rechtfertigung und Begründung einer gemeinsamen Euro-Währung allein an ökonomischem Schwachsinn aufbaut, ist kaum noch zu fassen.
    Hans Olaf Henkel bringt es in seiner Kolumne zusammen, lesenswert für alle, die durch den Dschungel von Halbwahrheiten und Lügen nicht mehr durchblicken.

  • da kann deutschland noch so vor exportwirtschaftskraft strotzen. es täuscht aber nicht darüber hinweg, dass jetzt hier einzelne handelsketten, die vom deutschen konsum abhängig sind, nach und nach wegbrechen. 1. bsp. schlecker, 2. bsp. qcells, 3. bsp. praktiker usw. und so fort. wir sollten uns nicht zu abhängig machen von den devisen anderer länder. das hat schon mit der ddr ein böses ende genommen. die einheit hat folgendes bewirkt. ein zuvor guter rechtsstaat und ein unrechtsstaat wurden zusammengeführt in einen staat mit fragwürdigem rechtssystem und undurchsichtiger pseudodemokratie. alles nur schnell darauf bedacht, die damaligen 'hungrigen' ddr-bürger ins wirtschaftssystem zu integrieren um schnell nochmal die konsumübersättigung der damaligen brd-wirtschaft einem aufschwung zu verschaffen.

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