Lateinamerika
Neuer Notenbankchef für Brasilien

Alexandre Tombini wird neuer Notenbankchef für Brasilien. Er wäre der erste Zentralbankpräsident, der nicht aus dem Privatsektor an die Spitze der mächtigen Geldbehörde gerufen wird. Das zeigt deutlich, wie wenig Sorgen sich Investoren um Brasiliens Geld- und Fiskalpolitik machen.
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SAU PAULO. "Nicht Falke, nicht Taube" - so lauteten die ersten Kommentare über den 46-jährigen Alexandre Tombini, der Anfang 2011 den amtierenden Zentralbankpräsidenten Brasiliens, Henrique Meirelles, ablösen soll. Die künftige brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff entschied sich gestern für den als sehr kompetent geltenden Tombini, der bereits seit acht Jahren in der Zentralbank in Brasília arbeitet. Tombini wäre der erste Zentralbankpräsident, der nicht aus dem Privatsektor an die Spitze der mächtigen Geldbehörde Brasiliens gerufen wird. Was deutlich zeigt, wie wenig Sorgen sich die Investoren heute um Brasiliens Geld- und Fiskalpolitik machen.

Denn bis vor wenigen Jahren mussten immer wieder starke Namen aus der Finanz- und Bankenwelt der nicht per Gesetz autonomen Geldbehörde das nötige Prestige verschaffen. Vom ruhigen und im Hintergrund arbeitenden Tombini erwartet die künftige Präsidentin, dass er eng und möglichst reibungslos mit dem Finanzministerium zusammenarbeitet. Dessen ebenfalls bereits ernannter Minister Guido Mantega gilt als jemand, der Fiskalziele flexibel einschätzt und Inflationsziele eher als toleriertes Minimum der Geldentwertung betrachtet. Tombini dürfte jedoch eine höhere Inflation kaum tolerieren. Nach einem Zwischenstopp beim Internationalen Währungsfonds (IWF) war er es, der vor acht Jahren die erfolgreiche Inflationsbekämpfung in Brasiliens Zentralbank umsetzte.

Alexander Busch
Alexander Busch
Handelsblatt / Korrespondent Südamerika

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