Laut Medienbericht
Regierung erwartet offenbar BIP-Rückgang von 3 Prozent

Einem Zeitungsbericht zufolge könnte die Bundesregierung ihre Konjunkturprognose für das kommende Jahr drastisch senken. Interne Berechnungen des Bundeswirtschaftsministeriums gingen von einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts von mindestens drei Prozent aus. Das wäre noch pessimistischer als die jüngsten Prognosen der Wirtschaftsinstitute.

HB BERLIN. Das meldete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" am Montag vorab aus ihrer Dienstagausgabe. Bie Regierung geht für 2009 offiziell bislang noch von 0,2 Prozent Wachstum aus.

In einem Vermerk werde zur Begründung für die neue Schätzung des Ministeriums auf Prognosen der Institute verwiesen, die bis zu drei Prozent Schrumpfung statt bisher erwarteten zwei Prozent Minus vorhersagen könnten, hieß es in dem Bericht. "Aus heutiger Sicht sind solche noch ungünstigeren Prognosen nicht unrealistisch", zitierte die Zeitung aus dem Papier. Ein Sprecherin des Wirtschaftsministeriums sagte dazu, an der Regierungsprognose für das kommende Jahr werde derzeit gearbeitet. Minister Michael Glos werde sie am 28. Januar vorstellen.

Für das laufende vierte Quartal hält das Ministeriumspapier der FAZ zufolge einen BIP-Rückgang von 1,25 bis 1,75 Prozent für möglich. Wegen angekündigter Produktionseinschränkungen vieler Unternehmen sei zudem ein weiterer deutlicher Rückgang der gesamtwirtschaftlichen Aktivität im ersten Quartal 2009 sehr wahrscheinlich. "Dadurch wären Prognosen von weniger als minus drei Prozent rechnerisch kaum noch zu vermeiden, wenn man nicht im weiteren Jahresverlauf 2009 einen deutlichen Aufschwung in der Berechnung unterstellen würde", zitierte die Zeitung.

Vergangene Woche hatten mehrere Forschungsinstitute einen Konjunkturausbruch von historischem Ausmaß vorhergesagt. Das Ifo-Institut setzte sich mit einer Schätzung von 2,2 Prozent Minus an die Spitze der Skeptiker, das Essener RWI sagte zwei Prozent Schrumpfung voraus. Ein Glos-Sprecher hatte dagegen erklärt, im Moment gebe es keine Pläne, die Regierungsprognose zu ändern.

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