Mehrwertsteuererhöhung
Einzelhändler leiden im Februar unter Kaufzurückhaltung

Der deutsche Einzelhandel hat im Februar mehr verkauft als im Januar. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sanken die Umsätze allerdings. Analysten sind sich uneins über die weitere Entwicklung.

HB BERLIN. Der Umsatz der Einzelhändler sank um 0,9 und preisbereinigt (real) um 1,6 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Wegen der Mehrwertsteuererhöhung hatten die Händler auch zu Jahresbeginn einen realen Rückgang von 1,6 Prozent hinnehmen müssen.

Von Januar auf Februar legten die Einnahmen dagegen um 1,3 und real um 0,9 Prozent zu. Im Januar hatte es im Monatsvergleich noch ein Minus von real 4,3 Prozent gegeben. Analysten hatten im Schnitt mit einem Umsatzplus von 0,9 Prozent im Vergleich zum Vormonat und einem Minus von 1,1 Prozent zum Vorjahr gerechnet.

Deutlich weniger wurde mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren umgesetzt. Hier gab es ein Minus von 2,3 und real von 4,2 Prozent im Vergleich zu Februar 2006. „Von dieser Entwicklung waren die Supermärkte, SB-Warenhäuser und Verbrauchermärkte sowie der Facheinzelhandel mit Lebensmitteln in etwa gleich stark betroffen“, hieß es.

Besser liefen die Geschäfte mit Nicht-Lebensmitteln. Hier gab es ein Plus von nominal und real jeweils 0,3 Prozent zum Vorjahr. Das kräftigste Plus verzeichnete der Facheinzelhandel mit Einrichtungsgegenständen, Haushaltswaren und Baubedarf mit 3,4 und real 3,6 Prozent. Waren- und Kaufhäuser verzeichneten dagegen mit minus 3,5 Prozent die kräftigsten realen Einbußen.

Analysten hatten im Schnitt mit einem Umsatzplus von 0,9 Prozent zum Vormonat und einem Minus von 1,1 Prozent zum Vorjahr gerechnet. Erste Reaktionen:

„Die Zahlen zum Vormonat sind ganz gut. Wir hatten ja im Januar Rabattaktionen, die im Februar weitgehend ausliefen", sagte Sebastian Wanke von der Deka-Bank. "Die Zahlen deuten darauf hin, dass die Mehrwertsteuererhöhung weitgehend verdaut ist."

Für Andreas Rees von Unicredit sind es dagegen "sehr schlechte Zahlen". Es gebe zwar einen Anstieg zum Vormonat. "Doch da es im Januar ein sehr kräftiges Minus gegeben hatte, hätte ich mit einem wesentlich stärkeren Plus gerechnet. Es ist jetzt sehr wahrscheinlich, dass der Einzelhandel im gesamten ersten Quartal weniger Umsatz gemacht hat. Damit dürfte auch der private Konsum schrumpfen und das gesamtwirtschaftliche Wachstum bremsen."

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%