EZB-Bankenregulierung
Aufsicht beobachtet auch etwa 100 kleinere Institute

Nur große Banken sind systemrelevant? Nein, auch kleinere, dafür aber stark vernetzte Geldhäuser bergen unkalkulierbare Risiken für den Markt, so die EZB. Rund 100 kleinere Banken stehen daher unter ständiger Aufsicht.

FrankfurtDie EZB-Bankenaufsicht hat einem Insider zufolge neben den Großbanken der Euro-Zone auch rund 100 kleinere Geldhäuser ständig auf ihrem Radarschirm. Diese seien als riskanteste oder am stärksten vernetzte Institute herausgefiltert worden, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person am Donnerstag. Solche Banken könnten andere Institute beeinflussen, wenn sie im Schieflage geraten, sagte der Insider. „Wir behalten sie genau im Auge“.

Die Europäische Zentralbank (EZB) ist seit vergangenem Herbst direkt für die Aufsicht über die 123 wichtigsten Banken im Währungsraum zuständig – darunter 21 deutsche. Die Kontrolle kleinerer Häuser obliegt weiter den nationalen Behörden – wenn auch in enger Kooperation mit der EZB.

Der neue einheitliche Aufsichtsmechanismus (SSM) besteht aus der EZB und den Aufsichtsbehörden der Länder der Euro-Zone. Nach den Regeln des SSM kann die EZB aber jederzeit entscheiden, direkt die Aufsicht über eine kleinere Bank in der Euro-Zone zu übernehmen, um die einheitliche Anwendung von Standards sicherzustellen.

Aufsichtsexperten gehen schon länger davon aus, dass die EZB künftig viel stärker auch deren Kontrolle betreiben wird – etwa über die Festlegung europäischer Anforderungen. Derzeit gibt es rund 3400 kleinere Institute in den Euro-Ländern, davon etwa 1700 in Deutschland.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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