Frankreich
EU-Defizitgrenze könnte 2017 erneut reißen

Die Neuverschuldung Frankreichs dürfte nach Einschätzung der dortigen Notenbank erneut über der EU-Defizitgrenze liegen. Präsident Macron hält allerdings weiter am optimistischen Ziel seine Vorgängers fest.
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ParisFrankreich dürfte einer Prognose seiner Notenbank zufolge 2017 die EU-Defizitgrenze von drei Prozent erneut verfehlen. Wie die Zentralbank am Freitag mitteilte, rechnet sie für dieses Jahr mit einem Minus von 3,1 Prozent der Wirtschaftsleistung. Der neue Präsident Emmanuel Macron hält dagegen offiziell an dem Versprechen seines Vorgängers Francois Hollande fest, die Lücke auf 2,8 Prozent zu begrenzen. Allerdings hatte Haushaltsminister Gerald Darmanin der Zeitung „Le Monde“ zufolge dieses Ziel am Donnerstag als „zu optimistisch“ bezeichnet. Das französische Defizit liegt seit Jahren über der in den EU-Verträgen erlaubten Obergrenze von drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP).

Etwas zuversichtlicher zeigte sich die Notenbank dagegen mit Blick auf die heimische Konjunktur. Sie rechnet nun damit, dass die Wirtschaft 2017 um 1,4 (bisherige Prognose: 1,3) Prozent, 2018 um 1,6 (1,4) Prozent und 2019 ebenfalls 1,6 (1,5) Prozent zulegen wird. Grund sei die Belebung des internationalen Handels. Ausgebremst werde die Wirtschaft dagegen von geringeren Verbraucherausgaben, weil die Lohnentwicklung nicht mit der anziehenden Inflation Schritt halte. Für dieses und das kommende Jahr erwartet die Zentralbank eine Teuerungsrate von jeweils 1,2 Prozent, nachdem diese 2016 wegen niedriger Energiepreise bei nur 0,3 Prozent lag.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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