IW-Chef Michael Hüther
„Die Hoffnungen wurden enttäuscht“

PremiumGlobalisierung lässt sich heute anders lesen als vor 25 Jahren. Zwei Illusionen waren mit ihr verbunden: von Effizienz und Sicherheit. Ein Gastbeitrag von IW-Chef Michael Hüther.

DüsseldorfDie Globalisierung, die nach 1990 begann, war mit großer Euphorie verbunden. Es schien angesichts des liberalisierten Kapitalverkehrs, des Zusammenbruchs des Ostblocks und der marktwirtschaftlichen Öffnung vieler Entwicklungsländer wie ein globaler Aufbruch zu neuen Ufern. Und zwar mit klarer wirtschaftspolitischer Orientierung, nämlich auf Basis des Washington Consensus: Haushaltskonsolidierung, liberale Handelspolitik, deregulierte Märkte, Privatisierung, Entbürokratisierung et cetera waren die Kriterien. Mangels einer greifbaren Alternative – die Zentralverwaltungswirtschaften hatten gerade abgewirtschaftet, und die Hoffnung der Entwicklungsländer auf einen dritten Weg war damit zerplatzt – verbanden sich mit dieser zweiten Globalisierung überwiegend große Hoffnungen. Tatsächlich hat die Integration vieler Länder, die vorher außen...

 
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