Konjunktur
Deutscher Staat erzielt 21-Milliarden-Überschuss

Dem robusten Arbeitsmarkt sei Dank: Im ersten Halbjahr hat der deutsche Staat schwarze Zahlen geschrieben. Bund, Länder, Kommunen und Sozialversicherungen nahmen zusammen 21,1 Milliarden Euro mehr ein als sie ausgaben.
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Wiesbaden Der robuste Arbeitsmarkt und die günstige Konjunkturentwicklung haben dem deutschen Staat im ersten Halbjahr 2015 einen Überschuss von 21,1 Milliarden Euro beschert. Nach vorläufigen Ergebnissen schlossen die Haushalte von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherung das Halbjahr mit einer Überschussquote von 1,4 Prozent der Wirtschaftsleistung (BIP) ab, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte.

„Die Haushalte konnten damit weiter von einer günstigen Beschäftigungs- und Wirtschaftsentwicklung sowie einer moderaten Ausgabenpolitik profitieren“, erklärten die Statistiker. Durch die Rekordbeschäftigung stiegen vor allem die Einnahmen aus der Einkommensteuer und den Sozialbeiträgen.

Auch Sondereinnahmen durch die Versteigerung von Mobilfunkfrequenzen sowie sinkende Zinsausgaben trugen zum Überschuss bei. Von den Ergebnissen für die ersten sechs Monate ließen sich allerdings nur begrenzt Rückschlüsse auf das Jahresergebnis ziehen, da die Ergebnisse in der zweiten Jahreshälfte oft niedriger ausfallen würden, erklärten die Statistiker.

Zugleich bestätigte die Behörde, dass die deutsche Wirtschaft ihren Wachstumskurs im Frühjahr fortgesetzt hat: Getrieben vom starken Außenhandel kletterte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorquartal um 0,4 Prozent. Damit gewinnt die größte Volkswirtschaft der Euro-Zone an Schwung: Zum Jahresauftakt hatte es ein Wachstum von 0,3 Prozent gegeben.

Impulse kamen im Frühjahr vom Außenhandel, da die Exporte mit 2,2 Prozent stärker stiegen als die Importe mit 0,8 Prozent. Auch der private Konsum kurbelte die gesamte Wirtschaft an. Denn die Bürger steigerten ihre Ausgaben zum Vorquartal um 0,2 Prozent. Bei vielen Firmen hingegen herrschte eher Vorsicht: Die Ausgaben für Fahrzeuge, Maschinen und andere Investitionsgüter stiegen nur minimal um 0,1 Prozent. Ein besseres Ergebnis bei der gesamten Wirtschaftsleistung verhinderte wohl eine Streikwelle mit Arbeitskämpfen bei Unternehmen wie der Deutschen Bahn, der Deutschen Post und der Lufthansa.

Die Bundesregierung erwartet für dieses und nächstes Jahr jeweils ein Wirtschaftswachstum von 1,8 Prozent, nach 1,6 Prozent 2014.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Konjunktur: Deutscher Staat erzielt 21-Milliarden-Überschuss"

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  • Ich erwarte eine Lösung von heute auf morgen. Denn schon zu lange warten wir auf Lösungen.

    Schuld ist die Entwicklung und nicht der einzelne Politiker. Ich stehe der Politik aufgeschlossen gegenüber. Auch die Mitspracherechtemüssen beibehalten bleiben: unternehmerischer Willkür müssen auch Morgen noch Grenzen gesetzt werden.

    Ich bin guter Dinge, dass sich hierfür Lösungen finden werden. Unideologisch weil utilitaristisch und pragmatisch. Wir wären hier beinahe abgesoffen. Und wir atmen in diesem Jahr das erste Mal wieder durch. Etwas Zeit haben wir. Aber bestimmt keine 65 Jahre.

    Die Nachricht ist erfreulich: 21,1 Mrd. Euro. Mehr als irgendwann zuvor. Gut gemacht !!! Weiter so. So wollen wir auch Freunde bleiben.

  • Bitte die 21 Mrd. sofort an die Kommunen überweisen. Das istungefähr die Summe, die die Asylbewerber und illegale Neuankömmlinge dieses Jahres kosten. Und bitte nicht vergessen nächstes Jahr den doppelten Betrag zur Verfügung zu stellen.

  • Herr Keizer; Sie sind doch nicht etwa einer Ente des HB im Sommerloch aufgesessen? Im Jahr 2016 zahlt der Gesundheitsfonds des Bundes wieder 14. Mrd. Euro, statt 11,5 Mrd. im Jahre 2015. Über Defizite oder Überschüsse kann erst nach dem Weihnachtsgeld im Dezember diskutiert werden. Seien Sie sicher, im Dezember haben auch die gesetzlichen Krankenkassen wieder Überschüsse und müssen keinen einzigen Euro aus ihren über 16 Milliarden in die Verluste stecken.

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