Konjunktur
Wirtschaft in Euro-Zone wächst um 0,6 Prozent

Der Konjunkturmotor läuft wieder: Die Wirtschaft in der Euro-Zone wächst im zweiten Quartal um 0,6 Prozent. EZB-Chef Mario Draghi hatte jüngst von einer „kräftigen Erholung“ gesprochen.
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BrüsselDie Euro-Zone hat im Frühjahr beim Wirtschaftswachstum einen Zahn zugelegt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im zweiten Quartal um 0,6 Prozent, wie die Statistikbehörde Eurostat am Dienstag mitteilte. Experten hatten damit gerechnet.

Im ersten Quartal war das Plus in den 19 Staaten der Währungsunion mit 0,5 Prozent noch ein Tick geringer ausgefallen. Die Zahlen belegen, dass der Konjunkturmotor in dem lange Zeit wirtschaftlich angeschlagenen Euro-Raum nun angesprungen ist.

EZB-Chef Mario Draghi hat jüngst von einer „kräftigen Erholung“ gesprochen und für den Herbst eine Diskussion in Aussicht gestellt, um über die Zukunft der von der Zentralbank betriebenen Geldschwemme zu beraten. Sie hat bereits Wertpapiere im Volumen von mehr als zwei Billionen Euro in ihre Bücher genommen um die Konjunktur anzuschieben und die aus ihrer Sicht unerwünscht niedrige Inflation anzuheizen.

Die EZB fordert die Euro-Staaten dazu auf, mit ihrer Haushaltspolitik zielgerichteter das Wirtschaftswachstum zu befördern. Dabei komme es darauf an, geeignete Mittel in der Ausgaben- und Steuerpolitik einzusetzen, führt sie in einem Aufsatz aus. Im Zeitraum 2003 bis 2015 seien die Haushalte weniger wachstumsfördernd geworden.

Die Experten sprachen sich insbesondere für staatliche Investitionen in Bildung, Gesundheit und die Infrastruktur aus. „Denn solche Ausgaben haben nachweislich positive langfristige Auswirkungen auf das Wachstum.“ Die Euro-Notenbank verfolgt schon seit längerem mit Nullzinsen und großangelegten Anleihekäufen eine ultra-lockere Geldpolitik, um die Konjunktur anzukurbeln und die aus ihrer Sicht unerwünscht schwache Inflation anzuheizen. Zugleich riefen EZB-Präsident Mario Draghi und andere Top-Notenbanker die nationalen Regierungen immer wieder dazu auf, die wirtschaftliche Erholung mit Strukturreformen zu unterstützen.

In der Steuerpolitik sollten die Länder aus Sicht der EZB-Experten Schritte vermeiden, die das Wachstum bremsen könnten. Dies gelte beispielsweise für die Besteuerung von Arbeit und Unternehmensgewinnen. Dagegen seien Verbrauchssteuern weniger schädlich. Die am stärksten wachstumsfreundlichen Reformen der Lohn- und Einkommenssteuer würden insbesondere die Belastungen der Geringverdiener und Zweitverdiener verringern.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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