Quartalszahlen
Konsum lässt griechische Wirtschaft wachsen

Der Konsum der Griechen hat der Wirtschaft des krisengeplagten Landes ein kräftiges Wachstum beschert. Das Bruttoinlandsprodukt stieg von April bis Juni um 0,9 Prozent – drei Mal so schnell wie das der gesamten Euro-Zone.
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AthenDie griechische Wirtschaft hat zuletzt etwas stärker zugelegt als angenommen. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs im zweiten Quartal um 0,9 Prozent, wie die nationale Statistikbehörde Elstat am Freitag in Athen mitteilte. In ihrer Schnellschätzung vor zwei Wochen war die Behörde für den Zeitraum von April bis Juni von einem Wirtschaftswachstum um 0,8 Prozent ausgegangen.

Auch das erste Quartal schloss die griechische Wirtschaft demnach besser ab als bisher gedacht. Statt eines Nullwachstums wie bisher angenommen verbuchte sie von Januar bis März ein Plus von 0,1 Prozent, wie Elstat mitteilte.

„Die Konsumausgaben sind der Hauptgrund für das Wachstum“, sagte Ökonom Nikos Magginas von der National Bank. „Die Entlastung durch sinkende Ölpreise hat dazu beigetragen.“ Auch vom Außenhandel kamen Impulse. Zwar wuchsen die Exporte nur um 0,1 Prozent, doch nahmen gleichzeitig die Importe um 4,9 Prozent ab. Dadurch schob der Außenhandel die Konjunktur an. Dagegen investierten die Unternehmen deutlich weniger: Hier gab es einen Einbruch von 10,6 Prozent.

Die internationalen Geldgeber und die Regierung in Athen erwarten trotz der guten ersten Jahreshälfte eine Rezession. Das Bruttoinlandsprodukt soll demnach 2015 um 2,3 Prozent schrumpfen. „Kapitalkontrollen und höhere Steuerlast werden den Konsum im zweiten Halbjahr belasten“, sagte Ökonom Magginas. Diese wurden Ende Juni eingeführt. Derzeit können die Griechen maximal 420 Euro die Woche abheben.

Zudem schlossen die Banken für drei Wochen, was sie Wirtschaft zu Beginn der zweiten Jahreshälfte stark belastet haben dürfte. Nach sechsjähriger Talfahrt war das Bruttoinlandsprodukt 2014 erstmals wieder gewachsen.

Stabilisiert werden dürfte die Konjunktur auch vom Tourismus. So halten deutsche Urlauber dem beliebten Reiseziel trotz der anhaltenden Turbulenzen die Treue. Nach Angaben von Europas größtem Reisekonzern TUI lagen die Sommerbuchungen über dem Vorjahresniveau.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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