Neue Wachstumsstaaten
Letzte Hoffnung für die Weltkonjunktur

Brasilien, Russland, China und Indien haben als Lokomotive für die Weltwirtschaft ausgedient. Die zukünftigen Wachstumsmärkten liegen ganz woanders. Eine Studie enthüllt die neuen Sterne am Konjunktur-Himmel.
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Düsseldorf, FrankfurtDer Heimatmarkt der deutschen Industrie ist die Welt. Unternehmen wie Daimler und Adidas machen schon mehr als ein Viertel ihrer Geschäfte mit Kunden in Asien. Insgesamt setzen börsennotierte deutsche Unternehmen laut einer Studie der Großbank HSBC mehr außerhalb Europas um als in Deutschland.

Die Euro-Krise verstärkt diesen Trend. Die neuen Wachstumstreiber allerdings sind nicht mehr allein die BRIC-Länder Brasilien, Russland, Indien und China. Immer wichtiger für die deutsche Industrie wird die nächste und übernächste Reihe nachdrängender Staaten.

Das Forschungsinstitut Prognos hat für den Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) analysiert, welche bisher wenig beachteten Länder sich als neue Absatzmärkte und Investitionsziele eignen. Die 80 Seiten starke Studie "Wachstumsmärkte für die deutsche Industrie – eine Auswahl jenseits der BRICS", liegt dem Handelsblatt exklusiv vor. 15 Länder aus verschiedenen Kontinenten haben die Forscher identifiziert, die besonders gute Chancen für deutsche Unternehmen bieten. Sie wurden passend zur Branchenstruktur der deutschen Wirtschaft ausgewählt.

Das Ergebnis: In Südamerika lohnt ein Blick auf die Pazifikküste. Chile, Kolumbien und Peru sind die Geheimtipps. Vor allem deutsche Maschinenbauer und die Elektroindustrie profitieren vom Ausbau der dortigen Rohstoffindustrie. In Asien setzt Prognos auf Indonesien, Vietnam und Malaysia, die etwa Chancen für die deutsche Medizintechnik bieten. In Nahost sind Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate interessant. Als Überraschungsregion ist Ostafrika dabei. Hier wird die Infrastruktur ausgebaut – vor allem im Energiesektor.

Schon in den vergangenen zehn Jahren betrug das durchschnittliche Wachstum dieser 15 Staaten nach IWF-Berechnungen 5,5 Prozent. Und bis zum Jahr 2025 sagt Prognos ihnen ein durchschnittliches Wachstum von bis zu sechs Prozent jährlich voraus – fast doppelt so stark wie das prognostizierte Wachstum der Weltwirtschaft.

Allerdings gibt es auch Risiken. Denn auf der Länderliste der Prognos-Forscher gibt es Länder, die zwar ordentlich wachsen, aber alles andere als politisch stabil sind. In Kolumbien etwa macht der Drogenkrieg den Investoren zu schaffen. In der arabischen Welt begehrt in vielen Ländern das Volk gegen die Regierungen auf.

Kommentare zu " Neue Wachstumsstaaten: Letzte Hoffnung für die Weltkonjunktur "

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  • richtig, die besten Lösungen und Meinungen findet man in den Blogs ...der Medien!
    Und da ruhen sie doch gut......

    Es gibt noch keine konkrete Partei...... und das wäre der Rechtsweg ... die ein ernstzunehmendes Konzept vertritt.
    Die Zeit wo sich die Michels endlich mal auch konstruktiv zusammensetzen, wird kommen wenn die Schmerzgrenze überschritten ist.
    Evtl. Karlsruhe am 08.September die Demo für direkte Demokratie ,bin gespannt ob das auch wieder so lauwarm wird

  • "Brasilien, Russland, China"

    Diese 3... Da lach ich mich krank aber mehr nicht, sorry...

  • Weil die Eu und der Deutsche Idiotenstaat das so verordnet haben und man so nun zu berichten hat.

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