Neuer EZB-Präsident
Draghi - Italiener mit deutschen Tugenden

Der künftige EZB-Chef Mario Draghi war vor allem in Deutschland als Nachfolger Jean-Claude Trichets lange umstritten. Zu Unrecht, denn der Italiener ist ein "Falke", der vor allem auf Preisstabilität setzt.
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MailandFür die Doktorarbeit zog er in die USA, während viele seiner Altersgenossen die Heimat nie verließen. Noch heute besteigt der 63-Jährige lieber Berge, als den Urlaub wie die meisten Italiener am Strand zu verbringen. Schon das zeigt: Mario Draghi ist – gemessen an italienischen Standards – schon lange eine Ausnahmegestalt.

Ab November muss er als Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) den europäischen Partnern beweisen, dass er auch als Geldpolitiker ein Ausnahme-Italiener ist. Denn seine Nationalität ist, zumindest auf den ersten Blick, sein größter Nachteil. Italien galt schließlich nicht gerade als Garant für eine solide Geldpolitik. Jahrzehntelang hatte das Land vor allem mit Abwertungen der Lira die eigene Wirtschaft unterstützt.

Doch EZB-Beobachter wissen, dass Draghi ein auf Preisstabilität ausgerichteter Geldpolitiker ist, im Jargon der Notenbanker also ein Falke und keine Taube. Und wer mit ihm beruflich zu tun hat, lobt vor allem seinen Pragmatismus. Draghi analysiert die Probleme und sucht dann unideologisch eine Lösung.

Der Wirtschaftsnobelpreisträger Robert Solow, der Draghi noch von der US-Eliteuniversität Massachusetts Institute of Technology kennt, wo der heutige italienische Zentralbankchef 1976 seinen Doktorgrad erwarb, erinnert sich: „Mario war kein Partygänger, sondern ein ruhiger, extrem höflicher junger Mann. Und ein sehr guter Student, der über die Dinge nachdachte und an meine Tür klopfte, wenn er Fragen hatte.“ Draghi habe sich nicht nur für theoretische Fragen interessiert, sondern ebenso für die politische Praxis.

Der Professor pflegt den Kontakt zu seinem ehemaligen italienischen Studenten bis heute und sagt: „Ich glaube, Mario ist eine positive Kraft für Italien und für Europa.“ Draghi sei nach wie vor ein ruhiger und nachdenklicher Mensch. „Seine Stärke ist es, keine schnellen Antworten auf Fragen zu geben, sondern die Dinge zu überdenken.“

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Kommentare zu " Neuer EZB-Präsident: Draghi - Italiener mit deutschen Tugenden"

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  • Schoen, ist endgueltig ueber die Buehne. Mario Draghi wird Praesident der EZB. Wir hoffen, dass seine unideologische Loesungen doch mit Erfolg spricht mit oekonomischen Fundament gefuehrt werden und nicht nur Pragmatismus oder Politik werden. Schliesslich ist unser preussischer Italiener ein Kind von MIT.

  • Alle anderen Völker in Europa sind völlig unschuldig (Portugiesen und Spanier in Südamerika, Franzosen in den Kolonien, Kanada, Nordamerika und Maghrebstaaten, Briten überall vor allem in Südafrika bei den Buren, Russen vor Stalin und während Stalin, diese Liste kann man fortsetzen...)Es soll endlich die Qualifikation entscheiden und ein ständiger Hinweis auf die Vergangenheit ist genug. Die Tugenden gibt es nun mal verstärkt bei uns, allerdings vor allem bei der Generation, die dafür verantwortlich ist, dass Deutschland dort ist, wo es jetzt steht. Arbeit, Disziplin, Fleiß und Zuverlässigkeit, was soll daran denn schlecht sein?

  • Hoffentlich kein Italiener mit zu vielen deutschen Tugenden, es gibt kaum ein Volk in Europa das mehr Unheil über die Welt gebracht hat als die Deutsche! Erstaunlich wie schnell 60 Millionen Tode und ein zerstörtes Kontinent vergessen werden können.

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