Notenbank-Entscheidung auch politisch relevant - Volkswirte erwarten US-Leitzins Ende 2004 bei 2,0 Prozent
Fed erhöht Leitzinsen wie erwartet um 25 Basispunkte

Die US-Notenbank hat die Leitzinsen am Mittwoch wie an den Finanzmärkten erwartet um einen viertel Prozentpunkt angehoben und damit erstmals seit mehr als vier Jahren die geldpolitischen Zügel angezogen. Gleichzeitg wurden hat die Fed die Finanzmärkte auf weiter moderat steigende Zinsen vorbereitet.

HB WASHINGTON. Der Leitzins steige um 25 Basispunkte auf 1,25 Prozent, erklärte die Fed nach ihren zweitägigen Beratungen. Da keine größeren Inflationsgefahren zu erwarten seien, könne die Fed wohl weiterhin mit „maßvollem Tempo“ vorgehen. Zudem werde die Notenbank wenn nötig auf Änderungen der Wirtschaftsaussichten angemessen reagieren. Als Signal für eine Zinserhöhung in der Euro-Zone gilt die Entscheidung der Fed allerdings nicht. Die Europäische Zentralbank (EZB) wird am Donnerstag ihren Leitzins Volkswirten zufolge bei 2,00 Prozent belassen. An den US-Aktienmärkten sorgte der erwartete Fed-Beschluss zunächst für leichte Kursgewinne.

Die Auf- und Abwärtsrisiken für Wachstum und Inflation beurteilte der Ausschuss als nahezu ausgeglichen. Der jüngste Preisauftrieb erscheine derzeit als vorübergehend. Die Zinsentscheidung galt an den Märkten als eine der seit langem am besten vorbereiteten. Der Dollar zeigte unmittelbar nach dem Beschluss zunächst keine spürbare Reaktion. „Die Fed hat genau das getan, was sie wollte, nämlich die Märkte nicht zu bewegen“, sagte Volkswirt Kevin Logan von Dresdner Kleinwort Wasserstein in New York. „Sie hat die Absicht, die Zinsen in gemäßigtem Tempo zu erhöhen, worunter ich 25 Basispunkte pro Zinstreffen bis zu einem Leitzins von 2,00 Prozent bis zum Ende des Jahres verstehe. Dann wird sie eine Pause einlegen.“

Konjunkturdaten belegten zuletzt, dass die Fed zunächst bei ihrem maßvollen Tempo bleiben kann. So wuchs die US-Wirtschaft im ersten Quartal zum vorangegangenen Vierteljahr mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 3,9 Prozent statt der vorher geschätzten 4,4 Prozent. Daten vom Mittwoch deuteten darauf hin, dass sich das Wachstum im Verarbeitenden Gewerbe im Juni deutlich verlangsamt hat. Der an den Finanzmärkten stark beachtete Chicagoer Einkaufsmanagerindex fiel deutlich auf 56,4 (Mai 68,0) Punkte. Angesichts des jüngsten Preisauftriebs fürchten manche Experten allerdings, dass die Fed es versäumt hat, den Zinserhöhungszyklus rechtzeitig einzuläuten. Die Erzeugerpreise stiegen im Mai so stark wie seit einem Jahr nicht mehr. Die Konjunktur, die in diesem Jahr zur Schaffung von 1,2 Millionen neuer Stellen geführt hat, könnte vor allem für Lohnerhöhungen und damit für Preisdruck sorgen.

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