Notenbank-Sitzung
Fed-Mitglieder wollen Geldhahn weiter aufdrehen

Die USA und die Euro-Zone driften in der Geldpolitik immer weiter auseinander. Während die Mitglieder der Fed dazu tendieren, die Notenpresse schneller laufen zu lassen, warnt Bundesbank-Chef Axel Weber davor, zu spät auf die Bremse zu treten.
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HB NEW YORK. In den beiden großen Wirtschaftsräumen USA und Euro-Zone weitet sich die Kluft in der Geldpolitik: In der Fed verfestigte sich zuletzt die Bereitschaft, nochmals Gas zu geben und die Dollar-Notenpresse schneller laufen zu lassen, wie aus den am Dienstag veröffentlichten Protokollen der Notenbank-Sitzung vom 21. September hervorgeht. Dagegen warnt Bundesbank-Chef Axel Weber davor, zu spät auf die Bremse zu treten und zu lange mit dem Ausstieg aus der ultra-lockeren Euro-Geldpolitik zu warten.

Es bestünden Risiken sowohl bei einem zu frühen als auch einem zu späten Ausstieg, sagte Weber, der auch dem EZB-Rat angehört, in New York. "Ich glaube, dass die Letzteren größer sind als die ersteren." Die Mitglieder der US-Notenbank gehen dagegen davon aus, dass die schwächelnde US-Wirtschaft weiteren Schub von der Geldpolitik benötigt. Die Fed-Banker waren der Ansicht, dass eine "weitere Lockerung in nächster Zeit nötig werden könnte", wie es in den Protokollen hieß. "Viele Mitglieder waren unzufrieden mit dem Fortschritt hin zu den Zielen Vollbeschäftigung und Preisstabilität."

Die USA haben sich zwar aus der durch die Immobilien- und Finanzkrise ausgelösten schwersten Rezession seit Jahrzehnten befreit, das Wachstum verlor in den vergangenen Monaten aber wieder an Fahrt. Dazu kommt die hohe Arbeitslosigkeit. Die Fed nahm vor dem September-Treffen ihre Wachstumsprognose für das zweite Halbjahr zurück und rechnet auch im kommenden Jahr mit einem etwas geringeren Plus bei der Wirtschaftsleistung.

Die Notenbank entscheidet Anfang November das nächste Mal über ihre Dollar-Geldpolitik. Beobachter rechnen damit, dass sie den Geldhahn dabei kräftig aufdreht und das Programm zum Ankauf von Staatsanleihen ausweitet. Besprochen wurde neben weiteren Käufen auch, die Inflationserwartungen zu schüren. Allerdings sind nicht alle Mitglieder des zinsentscheidenden Offenmarktausschusses für eine weitere Lockerung der Geldpolitik: Der Präsident der Fed von Kansas, Thomas Hoenig, bezweifelte, dass mehr Zentralbankgeld die Wirtschaft in Schwung bringe. "An diesem Punkt, an dem wir eine moderate Erholung und eine niedrige und stabile Inflation sehen, glaube ich, dass der Wirtschaft besser geholfen wäre, wenn man mit der Normalisierung anfängt", sagte er.

Auch Analysten zweifeln daran, dass weitere Geldspritzen die US-Wirtschaft in Schwung bringen. "Wir sind skeptisch, ob selbst eine Summe von 500 oder 1000 Mrd. Dollar noch einen unmittelbaren Effekt auf die Wirtschaft haben wird", sagte Christoph Balz, US-Volkswirt der Commerzbank. Langfristig hätten aber die bisherigen großzügigen Maßnahmen einen positiven Kreislauf in Gang gesetzt. Der offizielle Leitzins in den USA liegt seit Dezember 2008 bei null bis 0,25 Prozent. Seitdem hat die Notenbank für insgesamt 1,7 Billionen Dollar Staats- und Immobilientitel erworben, um die Konjunktur zu stimulieren.

Weber: Wertpapier-Ankäufe auslaufen lassen

In der Euro-Zone sieht Weber derzeit keinen unmittelbaren Handlungsbedarf, die Geldpolitik sei angesichts der niedrigen Inflationserwartungen angemessen. Er riet aber dazu, die Zügel nicht zu spät anzuziehen. Besonders das Ankaufprogramm für Wertpapiere, das die EZB im Mai auf dem Höhepunkt der Schuldenkrise aufgelegt hatte, zieht seine Kritik auf sich: Es habe keinen signifikanten Einfluss auf die durchschnittlichen Renditen in der Euro-Zone, sagte Weber. Die Risiken überwögen, und das Programm müsse daher dauerhaft auslaufen. Weber gehört seit Einführung des Programms zu dessen schärfsten Kritikern.

Seit Mai hat die EZB Anleihen im Volumen von etwa 63,5 Mrd. Euro angekauft. Den Leitzins beließen die Währungshüter vergangene Woche bei dem Rekordtief von einem Prozent. Experten rechnen erst im späteren Verlauf 2011 mit Zinserhöhungen. Im Dezember dürfte die Bank aber entscheiden, ob sie auch über Mitte Januar hinaus an ihren unkonventionellen Maßnahmen festhalten will - und wenn ja, an welchen. Derzeit können sich Banken in der Euro-Zone bei der EZB so viel Geld leihen, wie sie wollen.

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  • Nur weiter so........
    Und die dummen Menschen schauen zu und lassen sich und ihr Land von den bankstern und den korrupten Politikern ruinieren......

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